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Mehr Ruhe dank Schallwellen

19.11.2020
Stuttgart

Mit der Aktiven Fahrgeräuschkompensation wird die im Innenraum ohnehin sehr leise Mercedes-Maybach S-Klasse noch leiser. Ähnlich wie bei Kopfhörern mit Geräuschunterdrückung verringert das System unerwünschte, tieffrequente Geräusche mit Hilfe gegenphasiger Schallwellen. Für die Wiedergabe werden die Basslautsprecher des Burmester® High-End 4D-Surround-Soundsystems genutzt.

Durch Fahrbahnanregung entstehen niederfrequente Geräusche, die im Innenraum als störendes Dröhnen oder Wummern wahrgenommen werden können. In der Mercedes-Maybach S-Klasse mit Aktiver Fahrgeräuschkompensation sitzen sechs Beschleunigungssensoren am Fahrwerk. Sie übermitteln Referenzsignale an das Steuergerät. Mit Hilfe eines speziellen Algorithmus wird mit diesen Informationen im Voraus berechnet, welcher Gegenschall erzeugt werden muss. Die passenden, also um 180 Grad phasenverschobenen Schallwellen werden über die Basslautsprecher des Burmester® High-End 4D-Surround-Soundsystems wiedergegeben.

Ein entsprechendes BUS-System sorgt quasi mit Überschallgeschwindigkeit für die Übertragung der Audiosignale. Denn diese müssen ja gleichzeitig am menschlichen Ohr sein wie der vom Abrollen verursachte Schall. Für die Wiedergabe stehen nur rund drei Millisekunden zur Verfügung.

Da sich das Geräuschverhalten ändern kann, wenn der Fahrbelag wechselt oder die Geschwindigkeit variiert, nutzt das System darüber hinaus vier Mikrofone im Innenraum zum Monitoring und zur Adaption. Diese zusätzlichen Mikrofone sitzen sehr nahe an den Passagieren direkt neben den Mikrofonen der Freisprechanlage.

Die Gegenschallwellen der Aktiven Fahrgeräuschkompensation sind von den Passagieren nicht zu hören. Sie werden aber auch erzeugt, wenn das Burmester® High-End 4D-Surround-Soundsystem scheinbar ausgeschaltet ist, denn die Endstufen sind immer in Betrieb. Die Aktive Fahrgeräuschkompensation schaltet sich hingegen automatisch ab bei niedrigen Geschwindigkeiten unter circa 20 km/h sowie oberhalb von etwa 180 km/h, wenn die Windgeräusche dominieren. Auch wenn die Seitenscheiben oder das Schiebedach geöffnet wird, wird kein Gegenschall erzeugt, da die Regelstrecke im Auto dann anders ist.

Entwickelt wurde die Aktive Fahrgeräuschkompensation zusammen mit der Harman-Tochter HALOsonic.

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