Unter der Lupe: ECO Assistent: Vernetzte Antriebsstrategie für intelligente Effizienz

19.07.2017
Stuttgart

Vorausschauendes Fahren und Sparen: Beim Umsetzen dieser wirksamen Effizienzstrategie unterstützen die Versionen der S-Klasse mit Integriertem Starter-Generator (S 450 und S 500) den Fahrer umfassend: Durch Hinweise, wann er den Fuß vom Gas nehmen kann, etwa weil ein Geschwindigkeitslimit folgt, und durch innovative Funktionen wie Segeln und Rekuperation. Dafür werden Navigationsdaten, Verkehrszeichenerkennung und Informationen der Intelligenten Sicherheitsassistenten (Radar und Stereokamera) vernetzt genutzt.

Der ECO Assistent bezieht folgende Verkehrssituationen und Informationen in seine Fahrempfehlungen und Effizienzstrategie mit ein:

  • Streckenverlauf (Kurven, Kreuzungen, Kreisverkehre)
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen
  • Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen

Im Hintergrund erstellt der ECO Assistent permanent Ausrollsimulationen: In Abhängigkeit vom Ladezustand der Batterie und der Verkehrssituation wird dabei ermittelt, ob das Fahrzeug beim Loslassen der Pedale idealerweise mit möglichst geringen Fahrwiderständen weiterrollen sollte („Segeln“) oder ob das Fahrzeug verzögert werden sollte und dabei die Batterie effizient geladen werden kann (Rekuperation).

Innerhalb der Systemgrenzen regelt der ECO Assistent den Schub situationsgerecht, sobald der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt. Den Hinweis, dies zu tun, erhält er dezent: durch die Einblendung eines Symbols „Fuß vom Gas“ im Zentraldisplay (beziehungsweise, wenn vorhanden, im Head-up-Display). Zugleich wird dem Fahrer durch eine Grafik der Grund der Empfehlung (beispielsweise „Kreuzung voraus“, „ Gefälle voraus“) angezeigt.

Um die Motivation des Fahrers zu erhöhen, den Empfehlungen des ECO Assistenten zu folgen, zeichnet der Bordcomputer auf, wie viele Kilometer/wie viel Zeit einer Fahrt er mit ausgeschaltetem Motor unterwegs war, und zeigt dies im Zentraldisplay an. Die Belohnung besteht nicht nur in einem verminderten Verbrauch, sondern auch in einer gesteigerten (elektrischen) Reichweite.

Bei der Entscheidung, ob möglichst widerstandsarm gesegelt oder eher rekuperiert werden soll, berechnet der ECO Assistent vorausschauend die Fahrsituation. Beispiele sind

  • Senke: Das Fahrzeug erkennt, dass nach einem Gefälle eine Steigung folgt, gleichzeitig ist ein Tempolimit angezeigt. Schon vor dem Gefälle bekommt der Fahrer den Hinweis „Fuß vom Gas“. Sobald er diesem Hinweis folgt, rollt das Fahrzeug mit ausgeschaltetem Verbrennungsmotor. Bergab wird dann rekuperiert (die Batterie geladen), aber nur so stark, dass die erlaubte Höchstgeschwindigkeit möglichst gehalten wird. Kurz vor dem Tiefpunkt der Senke wird die Rekuperation beendet und ins Segeln übergegangen, um zu Gunsten der Energieeffizienz möglichst viel Schwung für die Bergauffahrt mitzunehmen.
  • Kuppe: Vor einer Bergkuppe ist beispielsweise Tempo 70 km/h vorgeschrieben, danach 100 km/h. Auch hier wird schon vor dem „ Kuppen-Gipfel“ „Fuß vom Gas“ vorgeschlagen und dann gesegelt, sobald das Fahrpedal losgelassen wurde. Im folgenden Gefälle kann die neue Zielgeschwindigkeit von 100 km/h durch Segeln ohne Unterstützung durch den Verbrennungsmotor erreicht werden.
  • Tempolimit: Erkennt das System anhand der Navigationsdaten oder über die Kamera ein nahendes Tempolimit, wird dem Fahrer auch hier der Hinweis „Fuß vom Gas“ gegeben. Das Fahrzeug wird daraufhin sanft elektrisch (rekuperierend) auf die neue Geschwindigkeit verzögert und anschließend wird gesegelt. Auf diese Weise werden auch geeignete Geschwindigkeiten für Kreuzungs-, Kreisverkehr- und Kurvensituationen unterstützt.
  • Langsamer Verkehr: Erkennt das System während des Segelns über die Radarsensoren langsame Vorausfahrer, wird bei Bedarf das Segeln automatisch abgebrochen. Die Verzögerung wird über die Rekuperation so eingestellt, dass oftmals ein Bremsen durch den Fahrer unnötig wird. Beschleunigt das vorausfahrende Fahrzeug wieder, wird das freie Rollen (Segeln) automatisch wieder aktiviert, um nicht weiter zu verzögern und die aktuelle Geschwindigkeit möglichst zu halten.

Zu Gunsten des Bedienkomforts wird versucht, zu häufige Hinweise zu vermeiden. Der ECO Assistent analysiert hierzu rasch aufeinanderfolgende Tempolimits und stellt beispielsweise bei einem vorausliegenden Limit von 70 km/h und kurz darauf folgendem Ortschild die Geschwindigkeit direkt sanft auf 50 km/h ein, wenn der Fahrer dem Hinweis „Fuß vom Gas“ folgt.

Segeln: Fahren ohne Verbrennungsmotor

Um den Energieverbrauch beim Segeln möglichst gering zu halten, wird nicht nur der Triebstrang getrennt, sondern auch der Verbrennungsmotor ausgestellt. Hierbei wird beim Antrieb mit Integriertem Starter-Generator das Getriebe in Neutralposition geschaltet. Die Trennung des Triebstrangs reduziert die Schleppverluste im Antriebsstrang und ermöglicht somit ein energieeffizientes, möglichst langes Gleiten.

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