Sportlichkeit auf höchstem Niveau: Vision SLR

22.08.2011
Fakten
  • Fahrzeug: Vision SLR
  • Vorstellung: Januar 1999
  • Ort: North American International Auto Show, Detroit
  • Zielsetzung: Hochleistungs-Sportwagen
  • Antrieb: Viertakt-Ottomotor mit 8 Zylindern, 5,5 Liter Hubraum, Kompressor, 410 kW (557 PS), Heckantrieb, Fünfgang-Automatik­getriebe mit Tipp-Schaltung
Technische Highlights
  • Chassis aus einer Kombination von Faserverbund-Werkstoffen und Aluminium
    Serieneinführung 2003 im Mercedes-Benz SLR McLaren (C 199)
  • Schalensitze aus Kohlefaser Serieneinführung 2003 im Mercedes-Benz SLR McLaren (C 199)
  • Elektrohydraulisches Bremssystem
    Serieneinführung 2001 als Sensotronic Brake Control (SBCÔ) im Mercedes-Benz SL (R 230)
  • Bremsscheiben bestehen aus faserverstärkter Keramik Serieneinführung 2003 im Mercedes-Benz SLR McLaren (C 199)
  • Frontscheinwerfer mit adaptivem Lichtsystem
    Serieneinführung 2003 als Bi-Xenon-Scheinwerfer mit aktivem Kurvenlicht in der Mercedes-Benz E-Klasse (W 211)
  • Bifunktions-Xenon-Projektionsscheinwerfer für Abblend- und Fernlicht Serieneinführung 2003 im Mercedes-Benz SLR McLaren (C 199)
  • Rückwärtige Leuchteinheiten in Leuchtdioden-Technik
    Serieneinführung 2003 im Mercedes-Benz SLR McLaren (C 199)
  • Beleuchtung des hinteren Kennzeichens mit spezieller Leuchtfolie
Der Silberpfeil von morgen – nichts Geringeres stellt die Vision SLR dar, die Mercedes-Benz 1999 auf die Auto Show nach Detroit mitgebracht hat. Diesem Anspruch wird das Fahrzeug in allen Details gerecht. Es ist die Studie eines Gran Turismo für das 21. Jahrhundert und vereint Stilelemente des aktuellen Formel-1-Silberpfeils und der SLR-Sportwagen der 1950er-Jahre zu einem neuen, faszi­nierenden Konzept.
Die Karosserie der Vision SLR verspricht Dynamik und Kraft. Die markante Frontpartie mit der pfeilförmigen Bugspitze und den typischen Doppelflügeln, deren formales Konzept sich an verschiedenen Stellen der Karosserie und des Innenraums wiederholt, orientiert sich am Formel-1-Rennwagen. Diese Optik harmoniert mit den Doppelscheinwerfern des bekannten Vier-Augen-Designs. Die lang gestreckte Motorhaube, die kraftvoll geschwungenen Kotflügel und die Flügeltüren der Vision SLR basieren auf den stilistischen Ideen der legendären SL-Modelle aus den 1950er- Jahren sowie auf dem Rennsportwagen SLR, mit dem Juan Manuel Fangio, Karl Kling und Stirling Moss zahlreiche Siege errungen haben. Prägnant, aber keineswegs aggressiv lässt die Vision SLR ihre Muskeln spielen, durchtrainiert und angespannt bis zur letzten Faser streckt sie ihren Körper aus, jederzeit zum Sprung bereit.
Im Innenraum der Studie dominieren die breite, sanft gewölbte Mittelkonsole mit ihren runden Bedienelementen sowie die silber lackierten Flügelprofile vor Fahrer und Beifahrer. Sie ersetzen die herkömmliche Instrumententafel und symbolisieren zugleich die moderne Leichtbau-Konstruktion des Gran Turismo. Das Cockpit besteht aus zwei in Aluminium gefassten Rundinstrumenten, die an hochwertige Chronometer erinnern. Eine neue Technik ermöglicht erstmals die Unterbringung der Anzeige-Displays in der Mitte von Tachometer und Drehzahlmesser: Die Zeiger der Instrumente bewegen sich auf transparenten Kunststoffscheiben, die den ungehinderten Durchblick auf die Displays erlauben. Schalensitze aus Kohlefaser, ein ovales Lenkrad sowie hochmoderne Informationstechnik wie das COMAND-System (Cockpit Management and Data System) zählen zu den weiteren Besonderheiten des sportlichen Interieurs.
Das Chassis der Vision SLR besteht aus einer Kombination von Faserverbund-Werkstoffen und Aluminium, die sich neben vorbildlicher Crash-Stabilität auch durch ihren Gewichtsvorteil von rund 40 Prozent gegenüber herkömmlichen Stahlkonstruktionen auszeichnet. Die Werkstoffe werden jeweils dort eingesetzt, wo sie den größten Nutzen bringen. So bestehen die programmiert deformierbaren Knautschzonen im Vorbau der Karosserie aus Aluminium, während die Fahrgastzelle aus Faserverbund-Materialien hergestellt wird, die Dank ihrer extremen Festigkeit selbst bei schwersten Frontal- und Heckkollisionen einen sicheren Überlebensraum bieten.
Erstmals in einem Mercedes-Benz Fahrzeug kommt ein elektrohydraulisches Bremssystem zum Einsatz, das den Bremsdruck mithilfe von Sensoren und Mikroprozessoren je nach Fahrsituation berechnet und somit bei Kurvenfahrt oder auf glatten Fahrbahnen deutliche Sicherheitsvorteile bietet – es heißt Sensotronic Brake Control (SBC Ô ) und kommt in der Serie erstmals im SL (R 230), der im Jahr 2001 präsentiert wird, zum Einsatz. Die Bremsscheiben bestehen aus faserverstärkter Keramik und halten extremen Belastungen stand.
Die Frontscheinwerfer mit adaptivem Lichtsystem und neuartigen Hochleistungs-Leuchtdioden folgen automatisch dem Lenkeinschlag und passen sich der jeweiligen Fahrsituation an. So verbessert sich die Fahrbahnausleuchtung bei Kurvenfahrt oder beim Abbiegen deutlich. Die Xenon-Projektionsscheinwerfer für das Abblendlicht dienen gleichzeitig auch als Fernscheinwerfer, sodass die Fachleute von einem Bifunktions-System sprechen. Der technische Trick: Die Blenden, die beim Abblendlicht für die exakt vorgeschriebene Helldunkel-Grenze sorgen, klappen beim Zuschalten des Fernlichts automatisch weg, sodass die volle Lichtleistung zur Verfügung steht. Zusätzlich schalten sich zwei separate Spot-Scheinwerfer mit großer Reichweite ein.
In den Rückleuchten sorgen Leuchtdioden (LED) für besonders hohe Aufmerksamkeit beim Bremsen und Abbiegen. Sie sind auf jeweils zwei freitragende, übereinander angeordnete Flügelprofile montiert, die somit auch zum stilistischen Gesamtkonzept der Studie passen. Ein weiteres Lichtband erstreckt sich oberhalb des Heckstoßfängers über die gesamte Karosseriebreite. Hier haben die Entwickler das Rückfahrlicht und die Nebelschlussleuchte untergebracht – beide erstrahlen mithilfe Platz sparender und leistungsfähiger Neon-Technik. Das hintere Kennzeichen wird mittels einer speziellen Folientechnik beleuchtet.
Für die Sportwagen-Studie hat Mercedes-Benz den drehmoment­starken V8-Saugmotor der S-Klasse weiterentwickelt. In der Vision SLR entwickelt der Achtzylinder aus einem Hubraum von 5,5 Litern dank Kompressor und Wasser-Ladeluft-Kühlung eine Leistung von 410 kW (557 PS) und zählt damit zu den leistungs­fähigsten Aggregaten dieser Hubraumklasse. Ab 4000/min steht ein maximales Drehmoment von 720 Newtonmetern zur Verfügung, bereits bei 2000/min sind 580 Newtonmeter abrufbar. Als Getriebe kommt eine Fünfgang-Automatik mit Tipp-Schaltung zum Einsatz. So ausgestattet, erreicht der Sportwagen beachtliche Fahrleistungen: Von null auf 100 km/h beschleunigt er in nur 4,2 Sekunden und von null auf 200 km/h in 11,3 Sekunden; die Höchstgeschwindigkeit beträgt 320 km/h.
1999 präsentiert Mercedes-Benz auf der IAA in Frankfurt die Roadster-Version der Vision SLR. Sie orientiert sich formal und technisch stark an der geschlossenen Variante, setzt aber natürlich wieder neue Akzente, beispielsweise mit einem Verdeck, das aus einem neuartigen lichtdurchlässigen Material besteht.
Die Vision SLR steht seit ihrer Präsentation 1999 für einen außergewöhnlichen Sportwagen von Mercedes-Benz. Das wird so bleiben, obgleich sie im Jahr 2004 als SLR McLaren in die Serienproduktion geht: Schließlich werden nur 3.500 Stück gebaut. Die Karosserie ist noch ein Stück weiterentwickelt, die Leistung des Motors noch einmal höher: Jetzt stehen 460 kW (626 PS) bei 6500/min zur Verfügung, das höchste Drehmoment von 780 Newtonmetern liegt zwischen 3250 und 5000/min an. Diese Daten umreißen, was der SLR ist: Ein purer Sportler mit der Kultur eines Mercedes-Benz.
Silberner Pfeil: Das Konzeptfahrzeug Vision SLR Roadster auf der Tokyo Motor Show 1999.
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Rasanz pur: Die Vision SLR ist der Ding gewordene Traum eines Sportwagens.
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Reminiszenzen: In der Vision SLR leben die Flügeltüren bei Mercedes-Benz wieder auf.
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Höchster Fahrspaß: Die Technik der Vision SLR tritt mit feinsten Zutaten und viel Leistung an.
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