Motorsport ist Automobilgeschichte von Mercedes-Benz

10.11.2011
Stuttgart
  • Das Sport-Engagement steht in einer produktiven Wechselwirkung mit den erstklassigen Serienfahrzeugen der Marke
  • Technische Kompetenz und Begeisterung für den sportlichen Wettbewerb

Stuttgart – Von der ersten Automobilwettfahrt der Geschichte über den Wiedereinstieg mit einem Werksteam in die Formel-1-Meisterschaft zur Saison 2010 bis zum Dreifachsieg in der DTM im gleichen Jahr: Die Rennsport-Aktivitäten von
Mercedes-Benz und den Vorgängermarken erzählen eine Erfolgsgeschichte, die ihre Wurzeln in der Anfangszeit des Automobils hat. Seit dem 19. Jahrhundert sind die Rennsport- und Rallyewagen aus Stuttgart im sportlichen Wettstreit immer wieder ganz vorne zu finden. Ihre Erfolge zeugen von innovativer Technik, dem Siegeswillen der Fahrer und effizienter Teamarbeit. Herausragende Momente in der Rennsportgeschichte der Marke sind zum Beispiel die Teilnahme am weltweit ersten Automobilwettbewerb im Jahr 1894, der erste Grand-Prix-Sieg im Jahr 1908, die Zeit der Kompressor-Wagen nach 1922 und vor allem die Ära der Silberpfeile – auf diesen Fundamenten bauen die aktuellen Siege in der Formel 1 und der DTM (Deutschen Tourenwagen-Masters) auf.
Erfolge im Rennsport dürfen nicht losgelöst vom täglichen Betrieb in Labors, Werkstätten und Fabrikhallen gesehen werden. Vielmehr steht der Motorsport in Wechselwirkung mit erstklassigen Produkten in allen anderen Bereichen: Erfahrungen aus der Entwicklung von Wettbewerbsfahrzeugen gehen in die Serie ein, und die Kompetenz der Ingenieure aus dem umfassenden Produktprogramm der Weltmarke Mercedes-Benz und ihrer Vorgängerunternehmen liefert Impulse für die Verbesserung der Rennwagen. Besonders eindrücklich ist dieser direkte Austausch von Technik und Know-how in den ersten Jahrzehnten des Rennsports zu erkennen.
In größeren Zusammenhängen gilt diese Wechselwirkung aber auch heute noch. Technische Kompetenz im Rennsport verbindet sich mit der Begeisterung am sportlichen Wettbewerb. Im globalen Umfeld wandeln sich Kundenwünsche und Märkte, und kontinuierlich stellt sich das Unternehmen darauf ein. Viele technische Innovationen, die neue Wege im Automobilbau eröffnen, haben ihre Wurzeln in zukunftsweisenden Entwicklungen der Rennsport-Ingenieure. Das hat zum Beispiel die im März 2009 eröffnete Ausstellung „Fast Forward: 20 ways F1TM is changing our world“ im Science Museum in London gezeigt. Die Schau ist in Zusammenarbeit des Teams Vodafone McLaren Mercedes und dem britischen Wissenschaftsmuseum entstanden. Sie hat Beispiele dafür gezeigt, wie in der Formel 1 entwickelte Technologie in so verschiedenen Bereichen der Alltagstechnik wie Fahrradbau, Medizintechnik und Möbelbau zum Einsatz kommt. Organisatorische Abläufe des Rennsports in der Boxengasse dienen sogar als Vorbild der Verbesserung von Abläufen in der Notfallmedizin.
Rennsport hat Menschen und Fahrzeuge als Protagonisten, aber ohne das Team und die Marke können weder Spitzenpiloten noch die besten Rennwagen siegen. Im Motorsport zeigt sich deshalb bei jedem Rennen von neuem, was über den Erfolg entscheidet: die gemeinschaftliche Leistung. Team, Technik und Taktik müssen reibungslos zusammenspielen. So endet die Bedeutung und Faszination der Rennen auch nicht mit der Zielflagge: Wer sich wie Mercedes-Benz als Marke mit voller Kraft im Motorsport engagiert und Siege erringt, der wirbt weit über den Sport hinaus für seine eigenen Produkte. Das ist ein bewährtes Wissen auch bei Mercedes-Benz und den Vorgängermarken: „Wir halten die Mehraufwendungen für Rennen als unumgänglich notwendig, um in der internationalen Konkurrenz für unser Fabrikat den ihm gebührenden Platz zu behaupten“ – so heißt es schon im Benz-Geschäftsbericht von 1907/08.
Motorsport als Leitmotiv der Markengeschichte
Das Automobil stellt bereits in seinen Frühtagen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ersten Wettbewerben seine Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis. Fahrzeuge von Daimler und Benz nehmen an allen namhaften Veranstaltungen in Europa und anderen Ländern der ganzen Welt teil. Sie gewinnen Rennen und durchbrechen bei Rekordfahrten immer neue Geschwindigkeitsgrenzen – dafür ist der erste Mercedes des Jahres 1901 ein ebenso eindrückliches Beispiel wie der Rekordwagen Benz 200 PS, der 1909 als erstes Automobil mit Verbrennungsmotor die magische Marke von 200 km/h überwindet, von 1911 bis 1924 den absoluten Geschwindigkeitsrekord von 228,1 km/h hält und den Ehrennamen „Blitzen-Benz“ trägt.
Die Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) mit Benz & Cie. im Jahr 1926 zur Daimler Benz AG schweißt auch die Rennsportaktivitäten der beiden Marken zusammen. Dominiert wird diese Epoche der späten 1920er-Jahre von den
Mercedes-Benz Kompressor-Sportwagen, die alle wichtigen Veranstaltungen gewinnen. Als „weiße Elefanten“ gehen vor allem die Typen der Baureihen-Familie K, S, SS, SSK und SSKL in die Motorsportgeschichte ein.
Von den 1930er-Jahren bis 1955 – unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg – dauert die Ära der Silberpfeile. Unter diesem Namen fassen die Markenhistoriker eine ganze Familie von Rennwagen, Rekordfahrzeugen und Rennsportwagen zusammen, die sich durch eine silberfarbene Karosserie und überragende Technik auszeichnen. Vor dem Krieg dominiert Mercedes-Benz mit den Silberpfeilen die europäischen Grand Prix, nach 1952 folgt der Wiederaufstieg mit dem Rennsportwagen 300 SL und schließlich die zweifache Weltmeisterschaft der Formel 1 in den Jahren 1954 und 1955 mit dem W 196 R sowie der Sieg in der Sportwagen-Weltmeisterschaft mit dem 300 SLR (W 196 S) im Jahr 1955.
Angesichts der großen Herausforderungen für die Entwicklung neuer Personenwagen zieht sich die Stuttgarter Marke nach 1955 für mehrere Jahre aus dem Motorsport zurück. Private Teams, unterstützt von Mercedes-Benz, führen die Motorsport-Tradition aber weiter, vor allem bei internationalen Rallyes. Hier setzen sehr unterschiedliche Baureihen mit ihren Siegen Akzente, beispielsweise W 111, C/R 107, W 115/114 („ Strich-Acht“), W 113 („Pagode“) sowie das G-Modell.
Erfolgreich bei Rallyes bis hin zu Marathon-Fahrten wie der „Rallye Paris–Dakar“ sind neben den Personenwagen von Mercedes-Benz ebenso die verschiedenen Unimog-Typen und geländegängige Lastwagen.
Schwere Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz sind auch Stars beim Truck-Racing. 1989 gewinnt Axel Hegmann auf Mercedes-Benz erstmals die Truck-Racing-Europameisterschaft der Klasse C (14.101 bis 18.500 Kubikzentimeter Hubraum), 1990 siegt er in der Klasse A (maximal 11 950 Kubikzentimeter Hubraum). Zahlreiche Siege folgen, auch nach der Umstellung des Klassements zum Jahr 1994 (Race-Trucks und Super-Race-Trucks). Die Meisterschaften der Jahre 2007 (Markus Bösiger) und 2008-2009 (David Vršecký) gehen an Fahrer der Daimler-Marke Freightliner.
Neben den Renn- und Rennsportwagen entstehen immer wieder Rekordfahrzeuge. Einige basieren auf Forschungsfahrzeugen, wie etwa dem C 111. Andere werden aus der Serie abgeleitet, zum Beispiel 1983 der Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 Nardo.
In den 1980er-Jahren kehrt Mercedes-Benz zurück in den Rundstrecken-Motorsport, zunächst mit Gruppe-C-Rennsportwagen und Rennsport-Tourenwagen. Bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) und der International Touring Car Championship (ITC) werden zwischen 1986 und 1996 drei Meister- und vier Vizemeistertitel errungen.1994 folgt der Wiedereinstieg in die Formel 1 über die Teams Sauber (1994) und McLaren (seit 1995). In dieser Zeit gewinnen die Piloten Mika Häkkinen zwei (1998 und 1999) und Lewis Hamilton einen Weltmeistertitel (2008) und das Team West-McLaren-Mercedes eine Konstrukteursmeisterschaft (1998). Dazu kommen zehn Vizemeisterschaften. Eine neue Ära bricht im Jahr 2010 an: Mercedes-Benz kehrt mit einem eigenen Werksteam in die Formel 1 zurück und verpflichtet als Spitzenfahrer Michael Schumacher. Neben diesem Team Mercedes Grand Prix Petronas setzen auch die Teams Vodafone McLaren Mercedes und Force India F1 Motoren von Mercedes-Benz High-Performance Engines ein.
Seit 2000 fährt Mercedes-Benz außerdem in der neuen DTM, mit Gesamtsiegen in den Jahren 2000, 2001, 2003, 2005 und 2006 – im Jahr 2003 erringt das Team sogar einen Dreifachsieg mit Bernd Schneider als Gesamtsieger, gefolgt von Gary Paffett und Christijan Albers. Diesen Triumph wiederholt Mercedes-Benz in der Saison 2010 mit Paul di Resta als Gesamtsieger, Gary Paffett auf Platz zwei und Bruno Spengler auf Platz drei der Wertung.
Mehr als ein Jahrhundert Motorsport im Zeichen des Sterns: Die Geschichte von Mercedes-Benz ist untrennbar mit der Historie des Automobil-Rennsports verbunden. Und das sportliche Engagement zeigt sich im Rückblick immer wieder als Antrieb einer rasanten Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnik. So ist Motorsport auch immer eine Fahrt in die Zukunft.
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