Fahrwerk, Lenkung und Bremsanlage: Agil, dynamisch, exklusiv

06.07.2011
Hohe Fahrdynamik, begeisternde Agilität und gleichzeitig Mercedes-typischer Langstreckenkomfort – das sind die Stärken des E 63 AMG. Sie haben ihren Ursprung in der exklusiven Kombination aus AMG RIDE CONTROL-Sportfahrwerk, elektromechanischer Lenkung und AMG Hochleistungs-Bremsanlage.
Gegenüber den Serienmodellen der E-Klasse zeichnet sich der E 63 AMG durch das variable AMG RIDE CONTROL-Sportfahrwerk mit elektronisch geregeltem Dämpfungssystem aus. An der Vorderachse kommt eine Stahlfederung zum Einsatz, an der Hinterachse ein voll tragendes Luftfedersystem. Diese Lösung garantiert ein feinfühliges Ansprechverhalten der vorderen Federung, während die Fahrzeughöhe hinten dank automatischer Niveauregulierung stets konstant bleibt – unabhängig von der Beladung. Die eigenständige Dreilenker-Vorderachse verfügt um 56 Millimeter mehr Spurweite. In Verbindung mit neuen Radträgern für mehr negativen Radsturz vorne ergibt sich ein deutliches Plus an Grip bei schneller Kurvenfahrt.
Neue Achskomponenten und direktere Lenkung
Ein weiterer Beleg für das neu konzipierte AMG RIDE CONTROL-Sportfahrwerk sind die hochwertigen, vielfach aus Aluminium gefertigten Achskomponenten. Eigenständige Achsschenkel, Querlenker, Zugstrebenlager sowie Kopflager an der Vorderachse garantieren mehr Stabilität und einen besseren Fahrbahnkontakt. Ein gewichtsoptimierter und dickerer Rohrstabilisator reduziert die Seitenneigung in schnell gefahrenen Wechselkurven. Auch die Hinterachse präsentiert sich im Sinne höherer Fahrstabilität deutlich überarbeitet: Neue Spurstangen, Zug- und Druckstreben, mehr negativer Radsturz sowie eine wesentlich steifere Lagerung des Fahrschemels, an dem die Hinterachse montiert ist, führen zu einer höheren Querdynamik. Außerdem erhöhen die AMG-spezifische Kinematik und die neue Elastokinematik an beiden Achsen die Präzision bei der Kurven­fahrt spürbar.
Synthese aus höchster Agilität und optimalem Fahrkomfort
Ein weiteres Merkmal des AMG RIDE CONTROL-Sportfahrwerks ist das elektronisch geregelte Dämpfungssystem: Je nach Fahrsituation, -geschwindigkeit und Beladungszustand variiert das System blitzschnell die Dämpferkennung und reduziert automatisch die Wankwinkel der Karosserie. Für den Fahrer bedeutet dies ein blitzschnelles und stufenloses Anpassen zwischen größtmöglicher Agilität und optimalem Fahrkomfort – je nach Fahrstil und Streckenführung. Durch entsprechenden Knopfdruck in der AMG DRIVE UNIT lässt sich die Dämpfung auch individuell ändern. Ein Druck auf die mit einem Stoßdämpfer gekenn­zeich­nete Taste genügt, und die Elektronik wechselt von „Comfort“ auf „Sport“ oder „Sport plus“. Im Kombi-Instrument wird der jeweilige Modus angezeigt.
„Comfort“ steht für sensibles Ansprechverhalten mit weicher Dämpfercharakteristik, in „Sport“ reagieren die Stoßdämpfer um durchschnittlich 40 Prozent straffer. „ Sport plus“ empfiehlt sich für ambitionierte Runden auf einer Rundstrecke: Neben der höheren Dämpfkraft verfügt dieser Modus über spezifische Regel­algorithmen, die für eine betont sportliche Fahrweise auf Strecken mit ebenem Fahrbahnbelag abgestimmt sind.
Elf Sensoren für elektronische Dämpferregelung
Die elektronische Dämpferregelung nutzt vier Sensoren zur permanenten Überwachung der Antriebs- und Bremsmomente sowie der Lenkwinkel und der Querbeschleunigung. Außerdem kommen vier Wegsensoren zur Ermittlung des Fahrzeugniveaus und zur Bestimmung der Bewegungsrichtung zum Einsatz. Drei Beschleunigungssensoren dienen der Erkennung der absoluten Aufbau­bewegung. Eine leistungsfähige Steuerelektronik, die mit dem Motor- und Getriebe­steuergerät in permanentem Dialog steht, stellt die blitzschnelle Anpassung der Kräfte an den vier Stoßdämpfern sicher. Bereits ab Werk kann der E 63 AMG fahrdynamisch weiter aufgewertet werden: Als exklusive Sonderausstattung aus dem AMG Performance Studio ist ein nochmals straffer gedämpftes AMG RIDE CONTROL Performance Fahrwerk lieferbar.
Neue, direkter übersetzte elektromechanische Lenkung
Dazu passt die neu entwickelte elektromechanische AMG Sportparameter-Lenkung: Die gegenüber den anderen E-Klasse Modellen um 22 Prozent direkter gewählte Lenkübersetzung (14 : 1) vermittelt zusammen mit der variablen, je nach Fahr­werkmodus angepassten Servounterstützung ein äußerst agiles Kurvenhandling. Zudem leistet die elektromechanische AMG Sportparameter-Lenkung einen entscheidenden Beitrag zur Wirtschaftlichkeit, denn die Lenkunterstützung benötigt nur dann Energie, wenn der Fahrer auch tatsächlich lenkt. Gegenüber dem Vorgängermodell mit der herkömmlichen hydraulischen Lenkunterstützung lassen sich so weitere Verbrauchspotenziale realisieren.
Bei der neuen Lenkung sind Lenkgetriebe und der unterstützende Servomotor zu einer kompakten Einheit zusammengefasst und wie bisher auf einem außer­ordentlich steifen und gewichtsgünstigen Integralträger aus hochfestem Stahl vor der Radmittenachse montiert. Das leistungsfähige Steuergerät verarbeitet die von Sensoren erfassten Kennwerte – unter anderem Fahrzeuggeschwindigkeit, Lenkwinkel, Lenkwinkelgeschwindigkeit, Querbeschleunigung sowie Eigenlenk­verhalten – und errechnet daraus blitzschnell die Kräfte, die in unterschiedlichen Fahrsituationen – vom Parken bis zu schneller Autobahnfahrt – vom Fahrer am Lenkrad aufgebracht werden müssen. Eine aktive Lenkungsdämpfung erhöht das Sicherheitsgefühl bei schneller Geradeausfahrt.
AMG-spezifische Lösungen für mehr Lenkpräzision und Fahrdynamik
Eine AMG-spezifische Lösung sind die fest programmierten Kennlinien für die Servounterstützung. Im Fahrwerkmodus „C“ agiert die AMG Sportparameter-Lenkung komfortabel, also mit einer höheren Lenkunterstützung. Im Modus „S+“ hingegen spürt der Fahrer eine geringere Lenkunterstützung – was sich durch einen tendenziell besseren Fahrbahnkontakt auswirkt. Davon profitieren die Rückmeldung und die Lenkpräzision. AMG-exklusiv präsentiert sich auch das Zusammenspiel der neuen Lenkung mit dem 3-Stufen-ESP®: Ein beginnendes Untersteuern des Fahrzeugs spürt der Fahrer dank einer definierten Überlage­rung des Lenkmoments früher als bei einer herkömmlichen Servolenkung. Im „ Sport Handling Mode“ und bei „ESP OFF“ hilft der spezielle Regelalgorithmus dem Fahrer beim Erzielen eines sauberen Driftwinkels.
Neben einem präziseren und gleichzeitig komfortableren Lenkerlebnis bietet die neue elektromechanische Lenkung eine Reihe weiterer Vorteile. So bleibt die Servounterstützung auch bei stehendem Motor verfügbar – wobei ein Algorith­mus dafür sorgt, dass der Verbrennungsmotor im ECO Start-Stopp-Modus nicht nur deswegen anspringen muss, weil der Fahrer im Stand das Lenkrad bewegt. Außerdem kompensiert die elektromechanische Lenkung Fahrbahnverwerfungen und bietet dem Fahrer damit ein komfortableres Fahrerlebnis etwa durch einen Lenkmomentenausgleich bei einseitig abfallender Fahrbahn.
3-Stufen-ESP® mit „Sport Handling Mode“
Ebenso konsequent auf die hohen fahrdynamischen Qualitäten des E 63 AMG zugeschnitten präsentiert sich das 3-Stufen-ESP®: Das Elektronische Stabilitäts-Programm erlaubt drei individuelle Regelstrategien auf Knopfdruck: Über den ESP®-Taster in der AMG DRIVE UNIT kann der Fahrer zwischen den Stufen „ESP ON“, „Sport Handling Mode“ und „ESP OFF“ wählen – das Display im AMG Kombi-Instrument zeigt den jeweils aktivierten Zustand an. In „ESP ON“ erfolgt bei beginnendem instabilem Fahrzustand ein Bremseneingriff an einem oder mehreren Rädern sowie eine Rücknahme des Motormoments.
Wenn die ESP®-Taste kurz gedrückt wird, ist „ Sport Handling Mode“ aktiv. In
die­sem Modus erlauben die Über- bzw. Untersteuerungseingriffe sowie die flankie­ren­den Motormomenteneingriffe höhere fahrdynamische Zustände, so etwa entsprechende Driftwinkel. Das Resultat für den Fahrer: Er profitiert von deutlich mehr Fahrspaß. Beim Betätigen des Bremspedals steht ESP® wieder im vollen Umfang zur Verfügung. Ein langer Druck auf die ESP®-Taste aktiviert „ESP OFF“. Hier wird im Sinne der Fahrdynamik das Motormoment nicht mehr reduziert – dafür der Fahrspaß weiter gesteigert. „ESP OFF“ sollte nur von versierten Fahrern auf abgesperrten Rennstrecken genutzt werden. Auch in diesem Modus steht beim Betätigen des Bremspedals ESP® zur Verfügung.
In allen drei ESP® -Modi ist die Traktionslogik aktiv. Bei beginnendem Durch­drehen eines Antriebsrades wird durch den gezielten Bremseneingriff nahezu die Wirkung eines mechanischen Sperrdifferenzials erzielt. Somit kann die Motor­leistung besser auf die Straße übertragen werden. Zur Verbesserung der Traktion speziell im Rennstreckenbetrieb steht auf Wunsch ein Hinterachs-Sperrdifferenzial mit 40 Prozent Sperrwirkung aus dem AMG Performance Studio parat.
Neue Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage als Option
Wie alle AMG High-Performance-Automobile bietet auch der neue E 63 AMG eine äußerst leistungsfähige Bremsanlage. An Vorder- und Hinterachse sind belüftete und perforierte Bremsscheiben im üppigen 360-Millimeter-Format montiert. Zur besseren Kompensation von Wärmespitzen sind die besonders belasteten Scheiben der Vorderachse in der motorsporterprobten Verbundtechnik ausgeführt. Grau lackierte Bremssättel mit weißem AMG Schriftzug und Sechs-Kolben- (vorne) bzw. Vier-Kolben-Technik (hinten) sorgen für spontane und fadingresistente Verzögerung sowie kürzeste Bremswege.
Auf Wunsch ist eine AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage lieferbar – sofort erkennbar am „AMG Carbon Ceramic“-Logo auf den speziell lackierten Bremssätteln. Durch die exklusive Werkstoff- und Produktionstechnik, bei der die Scheiben aus mit Kohlefasern verstärkter Keramik im Vakuum bei 1.700 Grad Celsius gefertigt werden, bieten die Keramikscheiben einen weitaus höheren Härtegrad. Dies steigert nicht nur die Lebensdauer gegenüber einer Grauguss­scheibe um ein Vielfaches, sondern auch deren Unempfindlichkeit gegenüber höchster Belastung und Hitze. Das Ergebnis: kürzeste Bremswege, präziser Druckpunkt und höhere Standfestigkeit auch bei extremen Einsatzbedingungen. Die abermals größer dimensionierten Keramikscheiben – vorne: 402 x 39 Milli­meter, hinten: 360 x 32 Millimeter – sind rundum in Verbundbauweise konzipiert, belüftet und perforiert sowie schwimmend radial mit einem Aluminiumtopf verbunden.
Gegenüber den herkömmlichen Verbundbremsscheiben sind die Keramik-Brems­scheiben um insgesamt rund 40 Prozent leichter. Die nochmalige Reduzierung der ungefederten Massen steigert nicht nur Fahrdynamik und Agilität, sondern verbessert auch das Ansprechverhalten der Lenkung sowie den Abtastkomfort der Federung. An der Vorderachse kommen Sechskolben-Festsättel mit einer Bremsbelagfläche von jeweils 2-mal 154 cm2 zum Einsatz, an der Hinterachse Vierkolben-Festsättel mit einer Bremsbelagfläche von je 2-mal 73 cm2.
Die Bremsendaten im Überblick:
 
AMG Hochleistungs-Bremsanlage
AMG Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage
Vorderachse:
   
Bremssattel
 
Bremsscheibe
 
Durchmesser
 
Dicke
 
Gewicht*
6-Kolben-Aluminium-Festsattel Verbundtechnik,
belüftet, perforiert
 
360 mm
 
36 mm
 
13,6 kg
6-Kolben-Aluminium-Festsattel Keramik-Verbundtechnik, belüftet, perforiert
 
402 mm
 
39 mm
 
7,9 kg
Hinterachse:
 
 
Bremssattel
 
Bremsscheibe
 
Durchmesser
 
Dicke
 
Gewicht*
4-Kolben-Festsattel Massiv,
 
belüftet, perforiert
 
360 mm
 
26 mm
 
11,1 kg
4-Kolben-Festsattel Keramik-Verbundtechnik,
belüftet, perforiert
 
360 mm
 
32 mm
 
6,2 kg
* Gewicht der Bremsscheibe.
Zahlreiche Funktionen der Hochleistungs-Bremsanlage erhöhen Komfort wie Sicherheit. So beispielsweise die praktische HOLD-Funktion: Wenn der E 63 AMG zum Stillstand gekommen ist, muss der Fahrer das Bremspedal nur noch etwas stärker betätigen. Jetzt wird das Fahrzeug von der Bremse gehalten – auch wenn der Fuß vom Bremspedal genommen wird. Ein unbeabsichtigtes Anrollen im Stop-and-go-Verkehr oder ein ungewolltes Zurückrollen am Berg wird so verhindert. Beim Anfahren schaltet sich die HOLD-Funktion automatisch ab. Ein weiteres hilfreiches Feature ist die Berganfahrhilfe. Erkennt die Sensorik, dass der Fahrer an einer Steigung hält, wird der Bremsdruck automatisch für eine kurze Zeit konstant gehalten. So kann das Fahrzeug nicht zurückrollen und der Fahrer hat genügend Zeit, vom Brems- auf das Gaspedal zu wechseln, ohne die Feststellbremse betätigen zu müssen.
Wechselt der Fahrer vor einer Notbremsung abrupt vom Gas- auf das Bremspedal, erhöht das Bremssystem den Druck in den Bremsleitungen und legt so die Beläge an die Bremsscheiben an, die dann beim Tritt aufs Bremspedal sofort mit voller Kraft zupacken können. Durch dieses sogenannte Vorfüllen unterstützt das System den serienmäßigen Brems-Assistenten. Zur weiteren Serienaus­stat­tung zählt die Trockenbremsfunktion, die bei Nässe mittels kurzer Brems-Impulse den Wasserfilm auf den Bremsscheiben abstreift, dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse erheblich.
Gewichtsoptimierte „Flow Forming“ AMG Leichtmetallräder
Einen wesentlichen Beitrag zum dynamischen Fahrverhalten des E 63 AMG tragen die neu entwickelten AMG Leichtmetallräder im 10-Speichen-Design bei. Sie werden, wie schon beim SLS AMG, nach dem neuartigen „Flow Forming“-Verfahren hergestellt. Beim Herstellungsprozess sorgt die sogenannte Warmum­formung im Bereich des Felgenbetts für eine Gefügeverdichtung und verbessert damit die Dauerfestigkeit. Auf diese Weise können geringere Wandstärken erzielt werden. Die Gewichtsersparnis von bis zu 0,8 Kilogramm pro Felge gegenüber herkömmlichen Leichtmetallrädern reduziert die ungefederten Massen und optimiert Fahrdynamik und Federungskomfort nochmals.
Serienmäßig rollt der E 63 AMG auf titangrau lackierten und glanzgedrehten Rädern im neuen 10-Speichen-Design. An der Vorderachse sind Reifen der Dimension 255/40 R 18 auf Felgen im Format 9,0 x 18 montiert, an der Hinterachse Reifen in 285/35 R 18 auf Felgen in 9,5 x 18.
2039821_23_Fahrwerk_E_63_AMG_de.doc
D277009
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2039865_23_Fahrwerk_E_63_AMG_en.doc
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