Fahrwerk: Agil und komfortabel

02.02.2018
Stuttgart/Amsterdam

Je nach Motorisierung und Fahrerwunsch stehen für die A-Klasse unterschiedliche Fahrwerke zur Verfügung. 16-Zoll-Räder gehören ebenfalls zum Serienumfang. DYNAMIC SELECT ist serienmäßig und bietet auf Knopfdruck auch beim Fahrwerk in Verbindung mit der aktiven Verstelldämpfung (Option) ein individuelles Fahrerlebnis.

An der Vorderachse verfügt die neue A-Klasse wie alle ihre Vorgänger über eine McPherson-Konstruktion. Die Radführung übernehmen je ein Querlenker unterhalb der Radmitte, das McPherson- Federbein und eine Spurstange. Der Querlenker ist bei der neuen A-Klasse ein Alu-Schmiedeteil. Das verringert das Gewicht und die ungefederten Massen. Die Achsschenkel sind aus Aluguss.

Die radführenden McPherson-Federbeine besitzen Querkraft-optimierte Schraubenfedern und Zweirohrgasdruck-Stoßdämpfer mit Zusatzfedern. Das Stützlager ist dreipfadig, die Krafteinleitungen von Dämpfer, Feder und Zusatzfeder sind voneinander entkoppelt. Auch hier wurde mit hohler Kolbenstange, Aluminiumkopflager und einem gelochten Federteller besonders auf geringes Gewicht geachtet. Der Rohrstabilisator ist durch neu entwickelte, gewichts- und reibungsoptimierte Drehstabgestänge als Stahl-Polyamid-Hybrid-Bauteil mit den Federbeinen verbunden.

Bei der Festlegung der Achsgeometrie wurde besonderer Wert darauf gelegt, die Antriebseinflüsse auf die Lenkung so gering wie möglich zu halten und eine geringe Stößigkeit zu sichern. Die Auslegung und Anordnung der Gummilager bestimmen die hohe Agilität des Fahrzeuges und ermöglichen gleichzeitig hohen Fahrkomfort und hohe Fahrsicherheit.

Lenkung: Unterstützt auch automatisiertes Fahren

Das Getriebe der elektromechanischen Zahnstangenlenkung ist hinter der Radmitte angeordnet, die Lenkunterstützung ist serienmäßig geschwindigkeitsabhängig. Neu ist die Lenkassistenz-Funktion (in Verbindung mit dem Fahrassistenz-Paket). Durch ein zusätzliches Lenkradmoment, das von der elektrischen Lenkkraftunterstützung aufgebracht wird, werden die Lenkaktionen des Fahrers zur Fahrzeugstabilisierung unterstützt. Dazu gehören:

  • Gegenlenken beim Übersteuern des Fahrzeugs
  • Lenkkorrekturen beim Bremsen auf unterschiedlichen Fahrbahnbelägen (μ-Split-Bremsung)
  • Abmilderung von Frontantriebseinflüssen auf die Lenkung
  • Seitenwind- und Straßenneigungskompensation.

In Verbindung mit dem Aktiven Abstands-Assistenten DISTRONIC wird eine Querregelung umgesetzt, die den Abstandsregeltempomaten um eine aktive Spurhaltung ergänzt.

Hinterachse: Vier Lenker, hoher Aluminiumanteil

Die leistungsstärkeren Versionen der neuen A-Klasse wie der A 250 und alle 4MATIC Modelle besitzen eine aufwändige Vierlenker-Hinterachse. Die drei Quer- und ein Längslenker pro Hinterrad sind für ein Höchstmaß an Fahrstabilität und -komfort; Längs- und Querdynamik abgestimmt. Die Hinterachse wird von einem Fahrschemel getragen, der vom Rohbau durch Gummilager entkoppelt ist – so übertragen sich weniger Vibrationen und Geräusche vom Fahrwerk auf die Karosserie.

Radträger und Federlenker bestehen aus Aluminium – geringe ungefederte Massen ermöglichen ein besonders feinfühliges Abtasten der Fahrbahn­oberfläche. Insgesamt ist der Aluminiumanteil der Fahrwerkskomponenten einer der höchsten aller Fahrwerkssysteme dieser Fahrzeugklasse. Neu entwickelte Koppelstangen aus Polyamid verbinden den Drehstabilisator mit der Hinterachse.

Die Einstiegsmodelle A 200 und A 180 d besitzen eine Verbundlenker-Hinterachse. Deren U-Profil verdreht sich gezielt bei einseitigem Ein- und Ausfedern und wirkt so als Stabilisator. Die Verbundlenkerachse ist mit zwei Lagern an der Karosserie befestigt und nutzt dabei die gleichen Anbindungsstellen an den Rohbau wie der Längslenker der Mehrlenkerachse.

Sowohl an der Vierlenker- als auch an der Verbundlenker-Hinterachse werden Einrohr-Stoßdämpfer und separat angeordnete Schraubenfedern eingesetzt. Eine wirksame Geräuschentkopplung der Schraubenfeder zwischen Karosserie und Hinterachse wird auch hier über zwei elastomere Isolierungen erreicht. Die Verbindung des Stoßdämpfers mit der Karosserie über ein Aluminium-Lager trägt durch seine kardanisch weiche Lagerung zur Reibungsminimierung im Dämpfer und damit zur Verbesserung des Ansprechverhaltens bei.

Drei Fahrwerksvarianten: Abstimmung nach Wunsch

Serienmäßig besitzt die neue A-Klasse ein Komfortfahrwerk mit Stahlfederung sowie DYNAMIC SELECT. Das um 15 Millimeter tiefergelegte Komfortfahrwerk arbeitet mit speziell abgestimmten Federn und Dämpfern gezielt sportlicher.

Das Fahrwerk mit aktiver Verstelldämpfung bietet dem Fahrer die Möglichkeit, das Dämpferverhalten selbst zu wählen. In jedem der vier Stoßdämpfer wird jeweils ein Ventil elektronisch angesteuert, das den Ölfluss regelt. Durch die Regelung der Ölflussmenge verändert sich die Dämpfercharakteristik.

Mehrere verschiedene Sensoren erfassen permanent den Fahrwerkszustand, die Fahrsituation sowie die Fahrweise des Fahrers und passen die Dämpfung radindividuell an. Hinzu kommen Informationen des Motors, Getriebes, Bremssystems, der Lenkung und der Fahrassistenz-Systeme. Bei Beschleunigungs-, Brems- oder Lenkvorgängen wird die Dämpfung außerdem gezielt härter, um Nick- und Wankbewegungen des Aufbaus zu verringern und Radlasten und Haftung der Reifen zu verbessern.

Bremsen: ADAPTIVE BRAKE serienmäßig

Die neue A-Klasse besitzt eine hydraulische Zweikreisbremsanlage in X-Kreis-Aufteilung mit serienmäßiger Brems-Regelungsfunktion ADAPTIVE BRAKE. Bei der Dimensionierung werden die fahrzeugspezifischen Gegebenheiten wie Achslastverteilung, Gewicht und Fahrleistungen berücksichtigt. Die elektrische Parkbremse gehört zum Serienumfang. An der Hinterachse befindet sich dafür ein Kombifaustsattel mit elektrischer Parkbremsfunktion.

Mit ADAPTIVE BRAKE hält Technik aus den Spitzenmodellen von Mercedes‑Benz Einzug in die A-Klasse. Durch elektronische Steuerung ermöglicht die hydraulische Zweikreis-Bremsanlage Assistenzfunktionen, die Sicherheit und Komfort steigern. Dazu gehört zum Beispiel das Vorfüllen der Bremsanlage in kritischen Situationen: Wechselt der Autofahrer vor einer Notbremsung abrupt vom Gas- auf das Bremspedal, erhöht ADAPTIVE BRAKE den Druck in den Bremsleitungen und legt so die Beläge an die Bremsscheiben an, die dann beim Tritt aufs Bremspedal sofort mit voller Kraft zupacken können. Auf diese Weise unterstützt das System den serienmäßigen Bremsassistenten.

Ein weiteres Sicherheits-Plus bietet ADAPTIVE BRAKE bei Nässe. Durch regelmäßige kurze Brems-Impulse sorgt die Technik dafür, dass der Wasserfilm auf den Bremsscheiben abgestreift wird und die Bremse mit vollem Wirkungsgrad arbeiten kann. Diese automatische Trockenbremsfunktion wird immer dann aktiviert, wenn der Scheibenwischer der A-Klasse eine bestimmte Zeit lang läuft; die fein dosierten Brems-Impulse sind für den Fahrer nicht wahrnehmbar.

Nachdem die A-Klasse bis zum Stillstand abgebremst wurde, genügt es, das Bremspedal kurzzeitig noch etwas weiter zu treten, um die Funktion HOLD zu aktivieren. Das Auto wird dann von der Bremse gehalten - auch wenn der Fahrer den Fuß vom Bremspedal nimmt. Auf diese Weise verhindert ADAPTIVE BRAKE ein unbeabsichtigtes Anrollen beim Ampel-Stopp oder im Stop-and-go-Verkehr sowie das Zurückrollen am Berg. Die Haltefunktion schaltet sich beim Anfahren automatisch wieder ab.

Das Räder-/Reifenangebot beginnt bei der Radgröße 16 Zoll. Verfügbar sind Stahlräder der Radgrößen 16 und 17 Zoll sowie Leichtmetallräder der Radgrößen 16 bis 19 Zoll. Der äußere Gesamtdurchmesser der Räder/Reifen steigt gegenüber der Vorgängerbaureihe von 645 mm auf 660 mm.

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