Der Antrieb: Souveräne Kraft in Samthandschuhen

21.11.2019
Stuttgart/Guangzhou

Für den kraftvollen und diskreten Antrieb des neuen Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,0-11,7 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 273-266 g/km)[1] sorgt exklusiv der M 177 – eine neue, elektrifizierte Motorvariante des V8-Benziners mit 3.982 cm3 Hubraum, 48-Volt-Bordnetz und integriertem Starter-Generator (ISG). ISG übernimmt Hybridfunktionen wie EQ Boost oder Rekuperieren und ermöglicht Verbrauchseinsparungen, die bisher der Hochvolt-Hybridtechnologie vorbehalten waren. Bei der Entwicklung stand die nachhaltige Verbesserung der Verbrauchs- und Emissionswerte im Vordergrund. Gleichzeitig sollten die Leistungserwartungen der Kundschaft erfüllt werden. So leistet der Motor 410 kW (558 PS) und hat 730 Nm Drehmoment. Kurzfristig sind weitere 250 Nm Drehmoment sowie 16 kW/22 PS Leistung über EQ Boost abrufbar. Für die Kraftübertragung kommt das Automatikgetriebe 9G-TRONIC zum Einsatz. Die weite Spreizung der Gänge eins bis neun sorgt für eine deutlich spürbare Absenkung des Drehzahlniveaus und ist ein entscheidender Faktor für den Antriebs- und Fahrkomfort. Ebenfalls serienmäßig ist das Verteilergetriebe mit variabler Verschiebung des Antriebsmoments von 0-100 Prozent (Torque on Demand) zwischen den Achsen.

Der neue Biturbo ist auf hohen Antriebskomfort bei gleichzeitig großer Effizienz und wirksamer Emissionsreduzierung ausgelegt. Zu den besonderen Merkmalen der V8 dieser Motorenfamilie gehört die Zylinderabschaltung im Teillastbereich. Mit Hilfe der Ventilverstellung CAMTRONIC werden vier Zylinder gleichzeitig abgeschaltet. Dadurch werden Ladungswechselverluste verringert und der Gesamtwirkungsgrad der im Verbrennungsbetrieb laufenden vier Zylinder durch Verlagerung des Betriebspunktes zu höheren Lasten verbessert.

Im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC ist die Zylinderabschaltung im DYNAMIC SELECT Fahrprogramm Comfort im Drehzahlbereich von 800 – 3.250/min aktiv. Oberhalb dieser Motordrehzahl, oder wenn der Fahrer das Fahrpedal stark durchtritt, schalten sich die Zylinder 2, 3, 5 und 8 innerhalb von Millisekunden hinzu. Der Übergang zwischen beiden Betriebsarten erfolgt nahtlos und ohne Komforteinbußen für die Insassen. Ein Fliehkraftpendel reduziert sowohl Schwingungen vierter Ordnung im Achtzylinderbetrieb als auch Schwingungen zweiter Ordnung im Vierzylinderbetrieb.

Die beiden Zylinderköpfe sind dank einer Zirkonlegierung besonders hoch thermisch belastbar und wärmeleitfähig. Ihre Ein- und Auslasskanäle formen den Tumble, die Bewegung der Luftmasse bei der Zylinderfüllung, für eine besonders effiziente und emissionsarme Gemischbildung und Verbrennung. Eine strahlgeführte Benzin-Direkteinspritzung der dritten Generation mit Piezo-Injektoren spritzt mit 100 bis 200 bar bedarfsgerecht auch mehrfach ein. Die beiden spontan ansprechenden Twinscroll-Abgasturbolader sind platzsparend zwischen den Zylinderbänken im „heißen Innen-V“ angebracht. Ihr Ladedruck wird über ein Regelventil in Echtzeit an den Bedarf angepasst. Diese Maßnahmen greifen ineinander und verbessern den thermischen Wirkungsgrad und das Emissionsniveau.

Um die mechanischen Verluste gering zu halten, sind die Zylinderlaufflächen mit NANOSLIDE® Beschichtung versehen. Eine weitere Maßnahme, die Reibung und damit den Verbrauch zu reduzieren, ist die so genannte Brillenhonung, die unerwünschte Verformungen bei der Bearbeitung der Zylinderlaufflächen verhindert und so später die innermotorische Reibung reduziert.

Sparen, ohne zu verzichten: EQ Boost

Der EQ Boost durch den ISG bietet ein großes Potenzial für Kraftstoffersparnis und Komfortgewinn durch die Lastpunktverschiebung, bei der durch ein genau abgestimmtes Zusatzdrehmoment des ISG der Verbrenner in einem effizienteren Betriebspunkt eingesetzt wird. Beim Verzögern dagegen wird je nach Situation die Bewegungsenergie vom Starter-Generator in Strom umgewandelt („rekuperiert“) und zum Laden der Batterie verwendet.

Wissen, wohin mit der Kraft: 9G-TRONIC und Torque on Demand

Für die Kraftübertragung kommt das Automatikgetriebe 9G-TRONIC zum Einsatz, das verstärkt wurde, um das hohe Drehmoment des V8-Motors übertragen zu können. Den besonderen Schaltkomfort der Neun-Stufen-Automatik sichert ein umfangreiches Maßnahmenpaket. Dazu gehört die neuartige Direktsteuerung, die kaum wahrnehmbare, kurze Schaltungen ermöglicht. Die Kombination aus Doppelturbinentorsionsdämpfer und Fliehkraftpendeltechnologie im Wandler sorgt für ausgezeichneten Antriebskomfort. Eine zusätzliche elektrische Getriebeölpumpe wird im Stopp-Start-Betrieb angesteuert und übernimmt hierbei die Grundversorgung der Steuerungselemente und Aktoren. Die auftretende Verzögerung zwischen Anfahrwunsch und Anfahrzeitpunkt wird mit der elektrischen Getriebeölpumpe verringert.

Die Ausgangswelle der 9G-TRONIC geht direkt zum Verteilergetriebe durch. Dessen elektronisch geregelte Lamellenkupplung ermöglicht eine variable Verschiebung des Antriebsmoments von 0-100 Prozent (Torque on Demand) zwischen den Achsen. Dabei werden einerseits der Fahrerwunsch und das gewählte Fahrprogramm berücksichtigt, andererseits fließen fahrphysikalische Größen wie das aktuelle Giermoment oder die tatsächliche Traktion ein. Hieraus wird permanent die günstigste Momentenverteilung berechnet und entsprechend mehr Antriebsmoment über die Lamellenkupplung im Verteilergetriebe an die Vorderachse übertragen. Das Ergebnis ist ein sicheres und stabiles Fahrverhalten.

Beim Anfahren ermöglicht Torque on Demand sowohl vorwärts als auch rückwärts eine bestmögliche Traktion selbst auf Eis und Schnee. Die geregelte Kupplung wirkt dabei wie die Mittendifferenzialsperre eines traditionellen Geländewagens und verteilt Kraft gleichbleibend auf beide Achsen. Bei dynamischen Fahrmanövern wie Slalom, Ausweichen oder Kurvenfahrt hingegen wird das Antriebsmoment an der Vorderachse reduziert, um mehr Seitenführungskraft an den Vorderrädern aufbauen zu können. Positiv wirkt sich das neue Verteilergetriebe auch auf die Längsdynamik und den Fahrkomfort aus, denn das Motordrehmoment muss nicht mehr zurückgenommen werden, um Lastschläge zu dämpfen.

Charakter auf Knopfdruck: DYNAMIC SELECT

Wie das Fahrwerk, wird auch der Antriebsstrang des Mercedes-Maybach GLS in seinem Verhalten über den DYNAMIC SELECT Schalter durch die Auswahl eines Fahrprogrammes an den Fahrerwunsch angepasst. Das exklusive Fahrprogramm Maybach hat auch hier die Funktion, den Komfort hinsichtlich Geräuschverhalten und Schwingungen zu optimieren. Die Einstellungen des Programms umfassen Motor und Getriebe und wurden gezielt auf den Chauffeurbetrieb ausgelegt:

  • Sehr flache Gaspedalkennline für weiches Anfahren
  • Getriebeabstimmung mit Schaltberuhigung (weniger Schaltungen) für ruhiges Fahren
  • Anfahren im zweiten Gang
  • Keine Stopp-/Start-Funktion.

Die sanften Regelstrategien, die hierbei für den Antrieb zur Anwendung kommen, sind zugleich besonders energieeffizient. Das Fahrprogramm Offroad ist für besonders gute Traktion bei Fahraufgaben abseits befestigter Straßen, also auf Feldwegen, Schotter, Sand und ähnlichem zugeschnitten. Auch ein Programm Sport ist vorgesehen, mit dem die Fahrdynamikregelung und die Schaltzeitpunkte für schnelle Fahrt angepasst werden.

[1] Angaben zum Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen sind vorläufig und wurden vom Technischen Dienst für das Zertifizierungsverfahren nach Maßgabe des WLTP-Prüfverfahrens ermittelt und in NEFZ-Werte korreliert. Eine EG-Typgenehmigung und Konformitätsbescheinigung mit amtlichen Werten liegen noch nicht vor. Abweichungen zwischen den Angaben und den amtlichen Werten sind möglich.

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