Das Fahrwerk: Nur Schweben ist besser

21.11.2019
Stuttgart/Guangzhou

Der Anspruch eines Mercedes-Maybach ist es, den besten Federungskomfort seiner Klasse zu bieten. Deshalb baut das Fahrwerk des Mercedes-Maybach GLS auf dem des Mercedes-Benz GLS auf. Serienmäßig hat der Mercedes-Maybach das AIRMATIC Luftfeder-Fahrwerk mit dem Adaptiven Dämpfungssystem Plus (ADS+). Das auf der 48-V-Bordelektrik basierende Fahrwerk E-ACTIVE BODY CONTROL, eine fahrwerkstechnische Innovation mit höchstem Anspruch, kann optional bestellt werden. Für beide Fahrwerksvarianten wurde ein besonderes Fahrprogramm Maybach entwickelt, das auf höchsten Fahrkomfort abgestimmt ist.

Die Vorderräder sind an Doppelquerlenkern mit hoch liegendem oberen Dreieckslenker aufgehängt, was dem Federweg im Gelände zugutekommt. Alle Querlenker und die Achsschenkel sind gewichtsoptimierte Aluminium-Schmiedeteile. Ihre Leichtigkeit und Steifigkeit sorgt für geringe ungefederte Massen und gute Voraussetzungen, um Vibrationen und Schwingungen der Radaufhängungen vom Fahrzeugkörper abzukoppeln. Die Konstruktion der Vorderachse sorgt für die getrennte Einleitung von Längs- und Querkräften, was hohe Fahrdynamik und guten Federungskomfort gleichermaßen begünstigt.

Auch die Lenker der Vierlenker-Hinterachse bestehen großenteils aus Aluminium und sind in Bezug auf Gewicht, Fahrdynamik und Schwingungskomfort nach gleichen Prinzipien optimiert wie die Vorderachsteile. Die Radführung übernehmen ein gegossener Alu-Dreieckslenker unten und eine geschmiedete Alu-Zugstrebe oben, dazu eine Sturzstrebe oben aus Stahlblech.

Das Niveau wird stets gehalten

Die serienmäßige Luftfederung AIRMATIC spricht besonders feinfühlig an. Sie verbindet Luftfederbälge und adaptive ADS+-Dämpfer, deren Kennung vollautomatisch geregelt an jedem Rad individuell veränderlich ist, und zwar in Zug- und Druckstufe getrennt. Eine ausgeklügelte Sensorik und Algorithmik stellt die Dämpfer entsprechend der Fahrbahnbeschaffenheit so ein, dass beispielsweise das Überfahren einer Unebenheit mit nur einem Rad sich nicht auf die ganze Achse und den Fahrgastraum überträgt. An der Vorderachse sind Feder und Dämpfer in einem Federbein zusammengefasst, an der Hinterachse getrennt.

Der Fahrer selbst und die von ihm wählbaren Fahrprogramme können die Abstimmung des Fahrwerks verändern. Aber auch die Steuerung der AIRMATIC analysiert dank ausgeklügelter Sensorik und Algorithmik die Fahrsituation und nimmt selbständig Anpassungen vor. Dies umfasst auch die Niveauregulierung, die Bestandteil der AIRMATIC ist. Sie hält die Bodenfreiheit unabhängig von der Beladung des Wagens konstant, nimmt aber auch Änderungen vor. So wird der Wagenkörper bei hohen Geschwindigkeiten um 15 mm abgesenkt, um den Luftwiderstand zu senken und die Fahrstabilität zu erhöhen. Unterhalb von 30 km/h kann eine Absenkung des Wagens um 25 mm aktiviert werden, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

Fahrkomfort der Superlative mit E-ACTIVE BODY CONTROL

Noch mehr Fahrkomfort und Agilität sowie innovative Funktionen wie einen Freifahrmodus bietet das neu entwickelte Aktive Fahrwerk E-ACTIVE BODY CONTROL, das mit der Luftfederung AIRMATIC kombiniert ist. Als einziges System auf dem Markt kann es die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad individuell regeln und wirkt so nicht nur Wank-, sondern auch Nick- und Hubbewegungen entgegen. E-ACTIVE BODY CONTROL ermöglicht zusammen mit ROAD SURFACE SCAN und der Kurvenneigefunktion CURVE ein ganz außergewöhnliches Komfort-Niveau und unterstreicht so den Anspruch von Mercedes-Benz, das intelligenteste SUV-Fahrwerk der Welt zu bauen.

E-ACTIVE BODY CONTROL arbeitet mit 48 Volt Spannung. Das System baut auf dem volltragenden Luftfedersystem AIRMATIC auf und bietet dieselbe Rundum-Niveauregulierung. Darüber hinaus erzeugt die elektrisch angetriebene Hydraulikpumpe dynamische Kräfte, die den Kräften der Luftfeder überlagert sind und den Fahrzeugaufbau aktiv abstützen und dämpfen, z. B. bei Längs- und Querbeschleunigung oder bei der Fahrt auf unebenen Straßen. Beim Bremsen und Beschleunigen taucht die Karosserie nicht mehr ein und auf schlechten Straßen kann das System sogar elektrische Energie zurückgewinnen, so dass der Energiebedarf gegenüber dem Vorgängersystem in der S-Klasse etwa halbiert wurde.

Zusätzliche Features steigern den Komfort der Insassen:

  • Im Fahrmodus CURVE neigt sich der Mercedes-Maybach GLS ähnlich einem Motorrad aktiv in drei Stufen um bis zu 3° in die Kurve. Damit werden die Querkräfte reduziert, die auf die Passagiere wirken. Kurvenfahrten werden dadurch deutlich angenehmer, insbesondere für den Beifahrer und die Fondpassagiere.
  • Bei der Funktion ROAD SURFACE SCAN erfasst eine Stereo-Multi-Purpose-Kamera kontinuierlich die Fahrbahnoberfläche vor dem Fahrzeug. Die Federbeine werden dann so angesteuert, dass die Karosseriebewegungen beim Überfahren von Bodenwellen deutlich reduziert werden, denn das Fahrwerk reagiert bereits, bevor die Fahrbahnstörung erreicht ist. Dies erhöht den Komfort insbesondere abseits geteerter Straßen.
  • Die Freifahrfunktion ist im Fahrprogramm Offroad verfügbar und hilft, den Wagen leichter wieder frei zu fahren, wenn er sich beispielsweise im Sand festgefahren hat. Dabei wird, wenn möglich, das Niveau mehrfach automatisch angehoben und wieder abgesenkt, was den Druck der Räder auf den Boden wechselnd erhöht oder reduziert und damit die Traktion verbessert. Das Auto schaukelt sich frei.

Exklusiv im Mercedes-Maybach: das DYNAMIC SELECT Fahrprogramm Maybach

DYNAMIC SELECT bietet ein eigens für den Maybach entwickeltes Fahrprogramm Maybach an. Es ist ganz auf Fahrkomfort für die Fondpassagiere fokussiert, während das Fahrprogramm Comfort einen ausgewogenen Fahrkomfort für Front- und Fondpassagiere bietet.

Im Programm Maybach wird dafür gesorgt, dass die Aufbaubewegungen genau an den Executive-Sitzen am geringsten sind. Dort befindet sich also ein Schwingungsknoten, so dass die Amplituden am geringsten sind. Weitere Einstellungen des Programms umfassen Motor und Getriebe:

  • Sehr flache Gaspedalkennline für Chauffeurmodus
  • Getriebeabstimmung mit Schaltberuhigung (weniger Schaltungen) für ruhiges Fahren
  • Anfahren im zweiten Gang
  • Keine Stopp-/Start-Funktion.
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