Aerodynamik: Widerstand gesenkt

09.03.2016
Herausragende Verbrauchswerte setzen gute aerodynamische Qualitäten voraus. Die neue E-Klasse hat den niedrigsten Luftwiderstandsbeiwert in ihrem Segment. Gleichzeitig haben die Aerodynamiker die Windgeräusche minimiert, und die E-Klasse damit zur leisesten Limousine der Businessklasse gemacht.
Ab einer Geschwindigkeit von etwa 70 km/h ist der Luftwiderstand größer als alle anderen Fahrwiderstände. Deshalb zahlt sich die Reduzierung des aerodynamischen Widerstands aus, um Verbrauch und CO2-Ausstoß zu senken. Maßstab für Aerodynamik ist der cW-Wert. Wird er um 0,01 gesenkt, bedeutet das im Fahrzyklus (NEFZ) ein Gramm CO2 pro Kilometer weniger, im gemittelten Realverbrauch sind es zwei Gramm. Noch deutlicher wirkt sich aerodynamischer Fortschritt bei höheren Geschwindigkeiten aus – besonders bei Autobahnfahrten. Ein cW-Sprung von 0,25 auf 0,23 bringt bei konstantem Tempo 130 km/h eine Kraftstoffeinsparung von zirka 0,3 Liter pro 100 Kilometer.
Mercedes-Benz ist Taktgeber in der Disziplin Aerodynamik und bietet in fast allen Fahrzeugklassen die strömungsgünstigsten Autos mit den niedrigsten cW‑W erten. Dieser Tradition folgt auch die neue E-Klasse: Die Limousine erreicht einen Luftwiderstandsbeiwert von ab cW = 0,23 und ist damit Benchmark in der Businessklasse.
Zwar wuchs die für den Luftwiderstand relevante Stirnfläche (A) der neuen E-Klasse aufgrund der gewachsenen Außenabmessungen von 2,31 Quadratmeter der Vorgängerbaureihe auf zirka 2,33 Quadratmeter. Die Verbesserung des Luftwiderstandbeiwertes gleicht dies allerdings mehr als aus. Die Luftwiderstandsfläche (cW x A) beträgt 0,54 m2 und konnte damit um fast sieben Prozent gegenüber dem Vorgänger verringert werden.
 
Neue E-Klasse
Vorgänger
cW
ab 0,23
ab 0,25
A m2
2,33
2,31
cW x A m2
0,54
0,58
 
Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Aerodynamiker bei Strömungssimulationen im Rechner und bei Optimierungen im Windkanal intensive Detailarbeit geleistet und als Ergebnis eine Reihe von wirksamen Maßnahmen umgesetzt.
So kommt neben dem aus der C-Klasse bekannten Luftregelungssystem AIRPANEL (öffnet und schließt die Kühlerverkleidung während des Fahrbetriebs je nach Kühlleistungsbedarf mittels verfahrbarer Lamellen) zum ersten Mal eine zweite Jalousie in der Bugschürze im Lufteinlass unterhalb des Kennzeichens zum Einsatz. Dies verbessert die Gesamtperformance des Systems erheblich.
Weitere Detailmaßnahmen umfassen:
  • strömungsgünstige Gestaltung der Bug- und Heckschürze
  • Radspoiler vorn und hinten
  • Abdichtung der Radhäuser zum Motorraum
  • neuer Außenspiegel mit Spiegelfuß
  • erweiterte Scheinwerferumfeldabdichtung mit dichtem Anschluss zur Kühlermaske
  • Aerolippe in der Fuge Motorhaube zu Stoßfänger vorn
  • verbesserte Kühlerumfeldabdichtung und Strömungsführung zur effizienten Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Kühlluft
  • integrale Gestaltung der Abrisskante am Heck unter Berücksichtigung von Heckdeckel und Heckleuchtengeometrie
  • optimiertes Unterbodenverkleidungskonzept mit vergrößerten Abdeckungen im Bereich Motorraum vorne
  • aerodynamisch optimierte Räder und Reifen
Klassenbeste Aeroakustik
Besonderes Augenmerk bei der aeroakustischen Entwicklungsarbeit lag darauf, die Windgeräusche zu minimieren. So wurden unter anderem Tür- und Fensterdichtungen von der S-Klasse übernommen, um die hochfrequenten Anteile der Windgeräusche zu reduzieren. Zur außergewöhnlich ruhigen Atmosphäre im Innenraum leistet eine effektive Geräuschdämmung ebenfalls einen großen Beitrag. Eine für optional erhältliche Verglasung mit Verbundsicherheitsglas VSG im Akustik-Komfort-Paket kann die Windgeräusche auf Wunsch noch weiter senken.
Ergebnis: die neue E-Klasse nimmt in puncto Windgeräusche die Spitzenposition in ihrem Segment ein und ist damit die komfortabelste Reise-Businesslimousine. Sie übertrifft in der Disziplin Windgeräusche sogar viele Premium-Limousinen der Oberklasse. Unterhaltungen im Fahrzeug, Musikhören, Telefonieren, Bedienen der LINGUATRONIC sind damit auch bei höheren Geschwindigkeiten mühelos möglich.
Lade...