Strapaziöse Tests rund um den Globus

20.01.2021
Stuttgart

Bei der Erprobung des EQA konnte einerseits auf den Erfahrungen aufgebaut werden, die die Testfahrer und Ingenieure von Mercedes-Benz bereits mit den anderen Modellen gewonnen haben. Andererseits ist der Elektroantrieb neu auf der Plattform. In weiteren Tests wurden seine Stärken und Haltbarkeit validiert und für alle Kundenanforderungen abgesichert.

Schon seit der Erfindung des Automobils durch Carl Benz und Gottlieb Daimler testet Mercedes-Benz seine Produkte intensiv und lange vor der Auslieferung an Kunden. Die systematische Fahrzeugerprobung ist eine der umfangreichsten Maßnahmen, die Mercedes-Benz im Entwicklungsprozess ergreift, um eine höchstmögliche Fahrzeugqualität zu gewährleisten. Bevor es in Serie geht, muss das Gesamtfahrzeug einen vorab im Detail definierten Reifegrad erreichen. Hinzu kommt die intensive Erprobung bestimmter Komponenten in Versuchsträger-Fahrzeugen, um z.B. die Haltbarkeit eines Antriebsstrangverbundes (die Kombination aus – je nach Bauweise – Elektroantrieb, Differentialen, Antriebswellen, Rädern) und einzelner Achsteile abzusichern.

Das Wichtigste der EQA Erprobung in Kürze:

  • Schwerpunkte der digitalen Erprobung: Absicherung der Baubarkeit (lässt sich das Auto, so wie es entworfen und konstruiert ist, in Großserie produzieren?), Crashverhalten (Unfallsimulationen zur Bewertung von Passiver Sicherheit), Aerodynamik, Schwingungsverhalten (NVH), Gewicht etc. unter Nutzung von VR-Tools
  • Schwerpunkte der Erprobung auf der Straße und auf Prüfständen: Gesamtfahrzeug (wie verhalten sich die bereits vorher erprobten Komponenten und Baugruppen, wenn sie in ein Fahrzeug integriert sind?) und Dauerhaltbarkeit
  • Verhältnis digitale Erprobung/reale Erprobung: 35 %/65 %
  • Experten-Wissen: Bis zur Freigabe müssen zahlreiche Experten aus den verschiedensten Bereichen das Fahrzeug erproben und absichern. In Summe sind mehrere hundert Spezialisten in die Erprobung eingebunden. Angefangen bei den Fachbereichen, die ihre Komponenten und Module testen und freigeben, bis hin zum Gesamtfahrzeugversuch und Dauerlauf.
  • Entwicklungszeit: ca. vier Jahre
  • Erprobungszeit Gesamtfahrzeug: mindestens zwei Winter und zwei Sommer 
  • Länder, in denen der EQA erprobt wurde: Deutschland (insbesondere das neue Prüfgelände in Immendingen), Österreich, Finnland, Frankreich, Schweden, Spanien, Italien, Dubai, Südafrika, USA, China, Japan

Die letzte Kälteerprobung des EQA fand in Arctic Falls, Schweden, statt.

  • Der Test galt dem Gesamtfahrzeug. Dabei standen alle Komponenten und Antriebsstränge im Fokus.
  • Für einzelne Komponenten erfolgte die Absicherung bezüglich aller Kältethemen. Dies betrifft z.B. die Abstimmung der Klimaanlage und der Fahrt bei niedrigem Reibwert, also winterlichen Straßenbedingungen.
  • Weitere Schwerpunkte waren die Vorkonditionierung, das Laden sowie das Batteriemanagement bei niedrigen Temperaturen.
  • Dabei wurden die Fahrzeuge vor Ort von den Ingenieuren bis ins kleinste Detail erprobt und in enger Abstimmung mit den entsprechenden Entwicklungsabteilungen analysiert.

Parallel werden mit den Fahrzeugen in verschiedenen Dauerläufen innerhalb eines detailliert geplanten Dauerlaufprogramms mehrere 100.000 km im Zeitraffer absolviert. Zeitgleich werden Autos aus lokaler Produktion in China getestet, damit auch diese den hohen Qualitätsstandard von Mercedes-Benz erreichen.

Lade...