Das neue Mercedes-Benz GLE Coupé: Die Karosserie: Schwerwiegende Vorzüge, leicht gebaut

05.12.2019
Stuttgart

Die Karosserie des neuen GLE Coupé teilt ihre Struktur weitgehend mit dem GLE SUV. Hohe Anforderungen an die Steifigkeit der Karosserie und an die Geräuschdämmung, die Fahreigenschaften, Sicherheit und Komfort begünstigen, standen bei der Entwicklung im Vordergrund. Um gleichzeitig das Fahrzeuggewicht möglichst gering zu halten, wurden zahlreiche Leichtbaumaßnahmen angewendet.

Die Rohbaukarosserie des neuen GLE Coupé kombiniert hochfeste Stahlbleche mit Leichtbauwerkstoffen wie Aluminium für Baugruppen, wo sie die gewünschten Eigenschaften erreichen. Motorhaube und Vorderkotflügel sind aus Aluminiumblech, die Dämpferbeinkonsolen der Vorder- und Hinterachse aus Aluminium-Druckguss, und die Längsträger im Heckbereich sind teilweise mit Aluminium-Druckguss verstärkt. Alle Bauteile sind optimal dimensioniert und geformt, um mit geringem Gewicht die gewünschte Festigkeit zu erzielen.

Die Bodengruppe der Fahrgastzelle verwendet ein sogenanntes Tailored rolled blank-Blech. Diese Bleche werden beim Walzen auf verschiedene Blechdicken ausgewalzt, damit das gepresste Blechteil in jedem Bereich die optimale Wandstärke aufweist. Hohe Wandstärken sind nur dort, wo sie wirklich gebraucht werden, wie im Bereich des Mitteltunnels, der das Rückgrat der Bodenplatte bildet und große Bedeutung für die Steifigkeit der Karosserie beim Crash hat.

Die Karosseriestruktur des Coupés unterscheidet sich im Wesentlichen durch den um 60 mm kürzeren Radstand und durch die größere Heckklappe. Weil diese einen größeren offenen Querschnitt bildet als die des SUV, hat das Coupé im hinteren Dachrahmen zusätzliche Strukturschäumlinge, welche die Torsionssteifigkeit erhöhen. Die Bodengruppe und die Heckpartie der Plug-in-Hybrid-Variante sind im Hinblick auf das Gewicht der Batterie und zum Schutz vor deren Beschädigung beim Crash nochmals verstärkt.

Für eine bestmögliche Steifigkeit werden die Rohbauteile großenteils geklebt und punktgeschweißt, und die Flansche zur Verbindung der Teile so ausgeführt, dass sie spannungsarm gefügt werden können, also Toleranzen zwischen den Blechen beim Zusammenbau ausgeglichen werden.

Ein Hort der Ruhe

Die Steifigkeit der Karosseriestruktur ist ein wesentlicher Grund für den hohen Geräusch- und Schwingungskomfort des neuen GLE Coupé. Sie sorgt dafür, dass die typischen Anregungsfrequenzen von Rädern und Antrieb wirksam gedämpft werden können und keine Resonanzen verursachen. Die Einleitungspunkte an den Lagern des Antriebsstranges und der völlig neu konstruierten Fahrschemel sind besonders steif ausgelegt und ihre Geometrie neugestaltet. So können diese Baugruppen und ihre Schwingungen besonders wirksam von der Karosserie abgekoppelt werden.

Die Dämmung des Schalleintrags vom Antrieb in die Fahrgastzelle wurde ebenfalls optimiert. Die Stirnwandisolation zum Motorraum ist spritzgegossen statt tiefgezogen und in ihren Wandstärken und Flächengewichten so dimensioniert, dass keine akustischen Schwachstellen entstehen, aber auch kein unnötiges Gewicht mitgeschleppt wird. Gleiches gilt für die Dämmungen am Fahrzeugboden und den Radläufen. Abgerundet werden alle Maßnahmen durch Dämpfungsfolien, ausgeschäumte Hohlräume und schwingungsdämpfende Fahrzeugteppiche.

Noch größer wird die Ruhe im GLE Coupé, wenn das optionale Akustik-Komfort-Paket geordert wird. Es umfasst unter anderem Verbundsicherheitsglas mit Akustik- und Infrarot-absorbierender Folie sowie eine Vielzahl von zusätzlichen Dämmmaßnahmen bis hin zu speziellen Reifen. Mit einer Schaumschicht auf der Innenseite der Lauffläche absorbieren sie tieffrequente, im Reifen selbst entstehende Geräusche und verringern das Rollgeräusch.

Crashsicherheit nach neuesten Maßstäben

Der Schutz der Insassen vor den Folgen eines Unfalls ist eines der wichtigsten Entwicklungsziele bei
Mercedes-Benz. Bei allen Modellen werden interne Sicherheitsmaßstäbe angelegt, die in vielen Fällen weit über gesetzliche Anforderungen hinausgehen. Insbesondere die Crashanforderungen sind nach der sogenannten Real Life Safety Sicherheitsphilosophie ausgerichtet. Dabei fließen Erkenntnisse aus der internen Unfallforschung in die Entwicklungsvorgaben mit ein, z.B. der Dachfalltest. Neben der Absicherung im Fahrzeugcrash werden an allen Mercedes-Benz Fahrzeugen zusätzliche Komponententests auf Systemebene durchgeführt. PRE-SAFE®, das System für präventiven Insassenschutz, ergänzt seit Jahren die klassischen konstruktiven Maßnahmen. Das Ergebnis ist ein ganzheitlicher Schutz, der weit vor einem Unfall einsetzt und noch nach dem Unfall wirkt, wie beim neuen GLE Coupé.

Grundlage des Insassenschutzes ist die Karosseriestruktur mit einer besonders steifen Fahrgastzelle, deren Festigkeit auf die Verformungswiderstände der Vorbau- und Heckstrukturen abgestimmt ist. Dazu sind alle Strukturen der Karosserie hinsichtlich ihrer Dimensionierung und der Werkstoffe optimiert, sei es durch die Festigkeit des Materials oder durch die Wandstärken der Bleche. So erhalten die Insassen genügend Schutzraum und sind vor zu starken Verzögerungskräften geschützt, die von den intelligent reagierenden Rückhaltesystemen so gut wie möglich abgemildert werden.

Neben der Fahrgastzelle ist auch der Bereich der Karosseriestruktur, in dem der Tank untergebracht ist, besonders steif ausgelegt, um die Folgen einer schweren Kollision zu begrenzen. Hier werden im neuen GLE Coupé Aluminium-Gussteile mit Stahleinlage eingesetzt, die eine Verformung dieses Bereichs vor der Hinterachse auch bei sehr schweren Unfällen begrenzen. Noch steifer werden Getriebetunnel und Heckbereich für die Batterie des Plug-in-Hybrid gebaut.

Rückhaltesysteme: Gurte und Airbags auf neustem Stand

Das GLE Coupé verfügt über Dreipunkt-Automatikgurte mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern auf allen äußeren Sitzplätzen. Der Mittelgurt der zweiten Sitzreihe ist als Standard-Dreipunktgurt ausgeführt. Darüber hinaus stehen für die Vordersitze reversible PRE-SAFE® Aufrollstraffer zur Verfügung, um die Gurte in bestimmten Gefahrensituationen vorsorglich vorzuspannen. Für Kindersitze sind auf den beiden äußeren Fondsitzplätzen Kindersitzbefestigungen des i-Size- oder des ISOFIX-Systems vorgesehen, je nach Land.

Die Airbag-Ausstattung des neuen GLE Coupé umfasst für den schweren Frontalaufprall einen Fahrer-Kneebag, einen Fahrerairbag und einen Beifahrerairbag. Serienmäßig ist eine Sensorik im Beifahrersitz verbaut, die den Beifahrerairbag automatisch deaktiviert, wenn ein rückwärts gerichteter Kindersitz oder ein nicht belegter Sitz erkannt wird. Bei einem Frontalaufprall mit einem seitlichen Anteil können zusätzlich die Windowbags ausgelöst werden.

Bei einem schweren Seitenaufprall werden die Airbags üblicherweise nur auf der Aufprallseite ausgelöst: Windowbags stehen als Kopfschutzsystem zur Verfügung, welches vom Dach aus die Seitenfenster zwischen
A-, B- und C Säulen abdeckt. Damit können auch die außen sitzenden Fondpassagiere geschützt werden. Darüber hinaus stehen kombinierte Thorax-Pelvis-Sidebags für Fahrer und Beifahrer und auf Wunsch auch Sidebags für die äußeren Sitzplätze im Fond zur Verfügung.

Zusätzlich ist das Airbagsteuergerät mit einer Überschlagsensorik ausgestattet. Bei erkanntem Überschlag können dadurch z.B. Gurtstraffer und Windowbags ausgelöst werden.

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