50 Jahre Mercedes-AMG im Rennsport: Motorsport-Meilensteine von Mercedes-AMG

27.05.2017
Nürburgring/Affalterbach

Mit 177 Rennsiegen, zehn Fahrer-, 13 Team- und sechs Herstellertiteln ist Mercedes-AMG die erfolgreichste Marke in der Geschichte der DTM, der anspruchsvollsten Renntourenwagenserie der Welt. Die C-Klasse in ihren unterschiedlichen Modellgenerationen avancierte gleichzeitig zum erfolgreichsten Renntourenwagen der Geschichte. In der AMG Erfolgsbilanz steht ebenfalls die FIA GT Weltmeisterschaft, in der AMG in der Saison 1998 mit dem CLK GTR und dem CLK-LM jedes der elf Rennen gewonnen hat.

Seit 2012 ist AMG auch in der FIA Formel 1 ein Synonym für sportliche Höchstleistungen und große Erfolge. Von 2014 bis 2016 gewinnt das MERCEDES AMG PETRONAS Team dreimal in Folge die Konstrukteurs- und die Fahrer-Weltmeisterschaft mit Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Bereits seit 1996 stellt Mercedes-AMG das Safety Car und das Medical Car in der Formel 1.

Darüber hinaus engagiert sich die Marke erfolgreich im Kunden-Motorsport und gewinnt mit dem SLS AMG GT3 und dem AMG GT3 legendäre Langstreckenklassiker sowie zahlreiche Meistertitel.

Mit seinem leidenschaftlichen Rennsportengagement stellt Mercedes-AMG den Technologietransfer von der Rennstrecke auf die Straße sicher – für beispiellose Driving Performance, die den Grenzbereich der Physik herausfordert und unvergessliche Fahrerlebnisse bietet.

  • 1971 Am 25. Juli fährt ein Mercedes-Benz 300 SEL 6.8, den AMG umfangreich modifiziert hat, beim 24-Stunden-Rennen im belgischen Spa-Francorchamps völlig überraschend auf Platz zwei im Gesamtklassement. Am Steuer der 315 kW/428 PS starken Rennlimousine wechseln sich die erfahrenen Piloten Hans Heyer und Clemens Schickentanz ab. Mit diesem Coup ist AMG in der Autoszene auf Anhieb bekannt. Sogar die deutsche Nachrichtensendung „Tagesschau“ berichtet über den Überraschungserfolg. Die Legende ist geboren.
  • 1972 Im März nimmt der 300 SEL 6.8 AMG, jetzt gelb umlackiert, an den Vortests der 24 Stunden von Le Mans teil, wird aber beim Rennen im Juni nicht antreten. Wettbewerbseinsätze gibt es dagegen beim 24‑Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Ende Juni und bei den 200 Meilen von Nürnberg am 6. August 1972 auf dem Norisring. Dort siegt Hans Heyer in der Klasse „Serien- und Spezialtourenwagen über 2000 Kubikzentimeter Hubraum“ und beendet die Rennkarriere des wieder rot lackierten 6.8. Später wird der Wagen an den französischen Mischkonzern Matra verkauft und für Hochgeschwindigkeitstests von Flugzeugreifen umgebaut.
  • 1980 Clemens Schickentanz und Jörg Denzel gewinnen mit dem 276 kW/375 PS starken Mercedes-Benz 450 SLC AMG den Großen Preis der Tourenwagen auf der Nordschleife des Nürburgrings. Das Aufsehen erregende Coupé mit dem infernalischen Sound hat damit nach zwei Jahren Entwicklungszeit seinen Auftrag erfüllt, nicht nur Technik-Know-how für die Straßenfahrzeuge zu erwerben, sondern auch werbewirksam zu siegen.
  • 1986 Mit einem von AMG präparierten Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 des privaten Rennteams Dr. Helmut Marko gewinnt Volker Weidler das Eifelrennen und das Avusrennen im Rahmen der aufstrebenden Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM). Fahrer Volker Weidler erringt zudem die DTM-Vizemeisterschaft. Weitere Podiumsplatzierungen festigen den Ruf von AMG als Hersteller zuverlässiger und siegfähiger Renntechnologie.
  • 1987 In Eigeninitiative entwickelt AMG eine DTM-Rennversion des 500 SEC nach Gruppe A-Reglement und baut über den Winter 1987/88 einen Rennwagen auf. Doch mangels Homologation verschwindet der großvolumige V8-Bolide erst einmal in der Garage.
  • 1988 Mercedes-Benz und AMG beginnen ihre offizielle Partnerschaft im Motorsport. Das Teamwork ist auf Anhieb ein voller Erfolg: Mit dem neu aufgebauten AMG-Mercedes 190 E 2.3-16 holen Johnny Cecotto und Danny Snobek sechs Siege. Hinzu kommen einige zweite Plätze von Roland Asch und Alain Cudini.
  • 1989 AMG ist mit dem weiterentwickelten 190 E 2.5-16 Evolution I das erfolgreichste Team in der DTM. Klaus Ludwig und Kurt Thiim sammeln sieben Siege.
  • 1989 Bei den 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in Spa‑Francorchamps geht AMG 1989 mit dem 500 SEC an den Start. Der 5,0-Liter-Achtzylindermotor des großen Mercedes Coupés entwickelt nach grundlegender Überarbeitung 338 kW (460 PS). Ein Fünfgang-Schaltgetriebe ersetzt die serienmäßige Vierstufenautomatik. Um dem Reglement zu entsprechen, muss das Luxuscoupé von 1.660 auf 1.340 Kilogramm erleichtert werden.
  • 1990 Der stärkere und aerodynamisch gründlich überarbeitete 190 E 2.5-16 Evolution II feiert Premiere. Der hohe Heckspoiler und die breiten Kotflügelverbreiterungen zeugen vom Feinschliff im Windkanal. Die zur Homologation gebauten 502 Exemplare entwickeln sich schnell zu begehrten Sammlerstücken. Mit vier Siegen von Kurt Thiim und Klaus Ludwig trägt sich AMG in die Erfolgsstatistik der DTM ein.
  • 1991 Klaus Ludwig und Kurt Thiim erringen mit dem „Evo II“ sechs Siege, davon allein vier bei den Läufen auf dem Nürburgring. Klaus Ludwig wird Vizemeister, AMG gewinnt die Teamwertung.
  • 1992 Die DTM ist der Publikumsmagnet schlechthin: Über 150 Millionen Zuschauer verfolgen die Rennen an der Rennstrecke und am Bildschirm. AMG feiert ein tolles Erfolgsjahr im Motorsport: Das Unternehmen gewinnt mit 16 Siegen die Teamwertung, die Markenwertung geht erneut an Mercedes-Benz. Klaus Ludwig wird DTM-Meister auf AMG-Mercedes 190 E 2.5-16 Evolution II, Kurt Thiim wird Vizemeister. Ellen Lohr siegt am Hockenheimring als erste Frau in einem DTM-Lauf. Ex-Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg fährt für AMG, siegt gleich beim ersten Rennen in Wunstorf und startet eine Tradition berühmter Fahrerpersönlichkeiten, die bis heute anhält. Mit dem viermaligen Laufsieger Bernd Schneider zeichnet sich ein junger Nachwuchsfahrer als großes Talent ab, das später in die Annalen der Renntourenwagengeschichte eingehen wird.
  • 1993 Roland Asch wird in der letzten Saison des 190 E DTM-Vizemeister auf AMG-Mercedes. Der Vierzylinderrennwagen sieht in der „Klasse 1“-Entwicklungsstufe zum Abschied mit Bernd Schneider, Klaus Ludwig und Roland Asch insgesamt siebenmal als erster die Ziellinie. In der Gesamtwertung der DTM liegen sechs Mercedes-Benz unter den ersten zehn Platzierten.
  • 1994 Sensationeller Start der neuen AMG-Mercedes C-Klasse mit Sechszylindermotor: Der neue Rennwagen ist das Maß für alle Wettbewerber. Klaus Ludwig wird mit drei Siegen und vielen Podiumsplätzen auf Anhieb DTM-Meister. Jörg van Ommen wird Vizemeister. Fünf weitere Nummer-1-Positionen erringen Kurt Thiim, Bernd Schneider und Jörg van Ommen.
  • 1995 AMG verteidigt den Markentitel und gewinnt zum dritten Mal das DTM-Championat sowie den Titel der neu gegründeten International Touringcar Championship (ITC). In beiden Fällen heißt der Meister Bernd Schneider auf AMG-Mercedes C-Klasse. Exakt elf Siege gehen in diesem Jahr auf das Konto von Shootingstar Bernd Schneider, einen ersten Rang erzielt Dario Franchitti. Vizemeister wird erneut Jörg van Ommen.
  • 1996 Bernd Schneider holt auf AMG-Mercedes die ITC-Vizemeisterschaft. Bernd Schneider, Dario Franchitti, Jörg van Ommen und Jan Magnussen gewinnen mit der C-Klasse sieben Läufe. Die DTM hat ihr vorläufiges Ende erreicht, weil die Wettbewerber Alfa Romeo und Opel aussteigen. AMG steht ohne Gegner da und sucht sich am Ende des Jahres daher ein neues Betätigungsfeld im Motorsport.
  • 1996 Der C 36 AMG wird das erste „Official F1 Safety Car“ und „Official F1 Medical Car“ von Mercedes-AMG. Er begründet eine langjährige Tradition, die bis heute andauert.
  • 1997 In der neu geschaffenen, internationalen FIA-GT-Meisterschaft locken reizvolle Herausforderungen. In nur 128 Tagen konstruiert das AMG Motorsport-Team einen vollkommen neuen Rennwagen für die GT1-Klasse, den CLK-GTR. Chassis und Karosserie des Neulings bestehen aus Kohlenstofffaserverbund mit integriertem Überrollbügel aus Stahl. Motor und Getriebe übernehmen tragende Funktionen. Der Motor sitzt direkt vor der Hinterachse und wurde aus dem 6,0-Liter-V12 des Mercedes-Benz S 600 weiterentwickelt. Aus 6,9 Litern Hubraum schöpft er bis zu 450 kW/612 PS bei 6800 U/min, das maximale Drehmoment beträgt 775 Nm bei 5250 U/min.
  • Die Kraft wird über ein sequentielles 6-Gang-Getriebe an die Hinterräder übertragen. Damit erreicht der CLK-GTR eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 320 km/h und beschleunigt in 3,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Geschaltet wird mit neuartigen Paddeln am Lenkrad. Diese und andere Innovationen fließen später in die Serienfertigung ein und belegen den ständigen Technologietransfer vom Motorsport zum Straßenfahrzeug.
  • Als Fahrer können bewährte Kräfte wie Bernd Schneider und Klaus Ludwig gewonnen werden. Hinzu gesellen sich aufstrebende Piloten wie Bernd Mayländer, Alexander Wurz und Marcel Tiemann. Aus der Formel 1 stößt Alessandro Nannini hinzu. Das Rezept geht auf: AMG gewinnt sechs Rennen und Bernd Schneider auf Anhieb die Meisterschaft. Fünf der ersten zehn Plätze belegen die Autos aus Affalterbach. Auch Ralf Schumacher, damals Formel-1-Neuling bei Jordan, steuert einmal diesen Silberpfeil, und zwar auf dem Circuit de Spa-Francorchamps.
  • 1998 Absolute Dominanz von AMG-Mercedes in der FIA-GT: Der CLK‑GTR und das Nachfolgemodell CLK-LM mit V8-Motor gewinnen alle elf Rennen. Das Team Klaus Ludwig/Ricardo Zonta sichert sich den Fahrertitel, AMG-Mercedes den Konstrukteurstitel. Vizemeister werden Bernd Schneider/Mark Webber.
  • 2000 Die DTM erlebt als Deutsche Tourenwagen Masters ein glanzvolles Comeback. Wieder am Start ist auch AMG mit dem komplett neuen CLK-DTM auf Basis des neuen Coupés; am Steuer Bernd Schneider und Klaus Ludwig. Auf Anhieb entscheidet diese unschlagbare Kombination die Meisterschaft für sich. Bernd Schneider erringt sechs Siege, Klaus Ludwig gewinnt zwei Rennen.
  • 2001 Eindrucksvolle Wiederholung des Vorjahreserfolgs: Bernd Schneider holt auf CLK-DTM den Fahrertitel, die Konstrukteurs­wertung geht an das Team AMG. Der V8-Rennwagen ist ein echter Königsmacher: Uwe Alzen gewinnt mit ihm zwei Rennen; Bernd Mayländer, Peter Dumbreck und Marcel Fässler stehen jeweils einmal ganz oben auf dem Siegerpodest.
  • 2002 Mercedes-AMG setzt sein Engagement in der DTM mit einer Neuauflage des CLK-DTM fort. Ex-Formel-1-Pilot Jean Alesi wechselt nach 201 Grand-Prix-Einsätzen zum Team Mercedes-AMG. Bernd Schneider wird Vizemeister, Vodafone AMG-Mercedes siegt in der Teamwertung, Mercedes-Benz in der Markenwertung.
  • 2003 Erfolge auf der ganzen Linie: Bernd Schneider gewinnt mit dem CLK-DTM seinen vierten DTM-Meistertitel. Vizemeister wird sein Teamkollege Christijan Albers. Mercedes-AMG verteidigt die Teamwertung, Mercedes-Benz siegt in neun von zehn Rennen und gewinnt erneut die Herstellerwertung.
  • 2004 Die C-Klasse DTM löst den erfolgreichen CLK-DTM ab. Jungstar Gary Paffett wird Vizemeister. AMG und Mercedes-Benz belegen in der Team- bzw. Herstellerwertung jeweils den zweiten Platz.
  • 2005 Die DTM-Saison 2005 ist dank des engen Titel-Zweikampfs mit Audi eine der spannendsten der Geschichte. Siebenmal wechselt die Führung an der Tabellenspitze. Mercedes-Benz Pilot Gary Paffett erobert sich mit 5:3 Siegen gegenüber seinem Verfolger Mattias Ekström den Titel. Mika Häkkinen, zweifacher Formel-1-Weltmeister 1998 und 1999, verstärkt das DTM-Team von Mercedes-AMG und siegt beim dritten Saisonrennen in Spa-Francorchamps.
  • 2006 Mit seinem fünften Meistertitel krönt Bernd Schneider die spannende Saison. Mit einem Sieg im letzten Rennen wird Mercedes Fahrer Bruno Spengler Vizemeister. Die Teammeisterschaft geht an Mercedes-AMG. Mit diesen Erfolgen trägt sich die C-Klasse samt ihrem Vorgängermodell 190 als erfolgreichster Renntourenwagen der DTM ein.
  • 2007 Mit der neuen Mercedes-AMG C-Klasse geht das Unternehmen in die aktuelle Saison. Der Achtzylinder-V-Motor mit 90 Grad Zylinderwinkel, vier Litern Hubraum und vier Ventilen pro Zylinder wurde weiter optimiert. Er leistet 350 kW (470 PS) bei einer Drehzahl von 7500/min und erzeugt ein maximales Drehmoment von 500 Newtonmeter. Piloten sind Bernd Schneider, Mika Häkkinen, Bruno Spengler und Jamie Green.
  • 2011 Mit dem SLS AMG GT3 beginnt der Einstieg in den exklusiven Kundenrennsport.
  • 2012 In der Motorsportsaison 2012 gelang den weltweit agierenden Mercedes-AMG Kundenteams eine starke Teamleistung. Mit neun Titeln und 43 Siegen erzielte der SLS AMG GT3 auf vier Kontinenten zahlreiche eindrucksvolle Erfolge.
  • 2013 Der SLS AMG GT3 gewinnt alle bedeutenden 24 Stunden Rennen: Dubai, Nürburgring, Spa-Francorchamps.
  • 2014 Das Mercedes-AMG Petronas F1 Team gewinnt mit Lewis       Hamilton den FIA Formel 1-Fahrer-Weltmeistertitel und mit dem Mercedes F1 W05 Hybrid Rennwagen den Konstrukteurstitel. Zum ersten Mal seit Vergabe des Konstrukteurstitels 1958 ist damit ein deutsches Team siegreich. Teamkamerad Nico Rosberg wird Vizeweltmeister.
  • 2015 Mercedes-AMG Petronas und Lewis Hamilton wiederholen den doppelten Titelgewinn in der FIA Formel 1 Weltmeisterschaft, Nico Rosberg wird erneut Vizeweltmeister.
  • 2015 Pascal Wehrlein wird mit dem Mercedes-AMG C-Klasse Coupé DTM-Meister und ist Test- und Ersatzfahrer in der Formel 1.
  • 2016 Der Mercedes-AMG GT3 schreibt die Geschichte des Kundenrennsports weiter. Beim ADAC Zurich 24h‑Rennen auf dem Nürburgring gehen 2016 die ersten vier Plätze an Teams mit dem Mercedes-AMG GT3.
  • 2016 Das Mercedes-AMG Petronas F1 Team erringt zum dritten Mal in Folge den Weltmeistertitel der Konstrukteure, Nico Rosberg wird Fahrer-Weltmeister und Lewis Hamilton Vizeweltmeister.
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