Glossar: Die wichtigsten Fachbegriffe

30.11.2016
Sindelfingen

Car2Car-Crashs: Crashtest-Konfigurationen, bei denen Fahrzeuge nicht gegen Barrieren, sondern gegeneinander fahren. Im Sinne der Sicherheitsphilosophie „Real Life Safety“ untersucht Mercedes-Benz seit vielen Jahren bei derartigen Car2Car-Crashtests die Kompatibilität unterschiedlicher Unfallgegner.

Car-to-X-Kommunikation: Car-to-X Technologie ermöglicht den Informationsaustausch von Fahrzeugen untereinander sowie zwischen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur. Dadurch werden Informationen über potentielle Gefahren im Straßenverkehr frühzeitig an die Fahrer weitergegeben, so dass sich diese darauf einstellen können und kritische Situationen unter Umständen gar nicht erst entstehen.

Crashtest: Test, mit dem das Deformationsverhalten von Fahrzeugen bei verschiedenen Kollisionsarten wie Frontal-, Seiten- und Heckaufprall sowie Überschlagversuchen untersucht wird.

Dachfall-Test: Mercedes-Benz interner Crashtest. Dabei fällt die Karosserie aus 50 Zentimeter Höhe in leichter Schräglage auf die Dachstruktur, sodass anfangs nur eine der beiden A-Säulen belastet wird. Die Testvorschrift erlaubt in diesem Lastfall nur eine definierte plastische Verformung, um den Schutzraum sicher zu stellen.

Dummy: lebensgroße Puppe mit Messtechnik, mit der bei Crashtests die Belastungen des menschlichen Körpers bei einem Unfall simuliert werden.

Erdbeschleunigung (g): die Beschleunigung, die ein an der Erdoberfläche befindlicher Körper erfährt.

Euro NCAP (European New Car Assessment Programme): ein Konsortium, das seit 1997 Crashtests durchführt. Aktuell beteiligen sich zwölf Institutionen (Verkehrsministerien, Automobilclubs, Versicherungsverbände und Forschungsinstitute) aus acht europäischen Staaten an diesem Programm. Anhand eines Sterne-Schemas werden neue Fahrzeuge bewertet.

 

„Fishhook“-Test: Ausweichmanöver mit Wanktest zur Bestimmung der Überschlaggefahr. Der Fishhook-Test kann im TFS automatisiert gefahren werden.

Kompatibilität: Verträglichkeit unterschiedlicher Unfallpartner bei Car2Car-Crashs. Kleine und leichte Fahrzeuge sind wegen des ungleichen Massenverhältnisses physikalisch im Nachteil. Kommt es beispielsweise zu einem Unfall mit einem schwereren Gegner, kann dies zu höheren Verzögerungen führen. Mercedes-Benz legt generell die Karosseriestruktur großer Fahrzeuge so aus, dass sie die Belastung auch für kleine und leichtere Unfallgegner reduzieren kann, ohne dabei den eigenen Insassenschutz zu mindern.

Offset-Crash: Crashtest-Konfiguration, bei der das Fahrzeug nur mit einem Teil der Front gegen ein Hindernis (Fahrzeug oder Barriere) fährt. Auf Basis der Erkenntnisse der Unfallforschung hat Mercedes-Benz 1979 den Offset-Crash als realitätsnahe Prüfmethode intern eingeführt. Heute ist er weltweit als gesetzliche Anforderung etabliert.

Pfahlaufpralltest: besondere Crashtest-Konfiguration beim Seitenaufprall. Das Testfahrzeug wird auf einem Schlitten seitlich gegen einen Stahlpfahl geprallt. Der Stoß erfolgt im Kopfschwerpunkt eines Erwachsenen-Dummys auf dem Fahrersitz. Dabei werden die Belastungen z.B. an Kopf, Brustkorb, im Bauchbereich, im Brustbereich und am Becken gemessen und bewertet.

„Real Life Safety“-Philosophie: Mercedes-Benz orientiert sich auf dem Weg zum unfallfreien Fahren immer am realen Unfallgeschehen zum Schutz aller Verkehrsteilnehmer.

Rollover-Test: Crashtest-Konfiguration, bei der sich das Fahrzeug überschlägt. Gesetzlich vorgeschrieben ist der Rollover nach FMVSS208. Dabei steht das Fahrzeug in einem Winkel von 23° zur Y-Achse auf einem Schlitten, der aus 48,3 km/h abgebremst wird. Das Fahrzeug wird vom Schlitten abgeworfen und überschlägt sich. Darüber hinaus setzt Mercedes-Benz Böschungsrampen für die Durchführung von Rollover-Tests ein.

 

Schlittenversuch: Bei dieser Crashsimulation wird ein Prüfschlitten hydraulisch oder elektrisch beschleunigt und abgebremst. Auf dem Schlitten ist ein Versuchsträger (Rohkarosse oder Prüfgestell) befestigt, der so den Belastungen eines realen Fahrzeugcrashs ausgesetzt wird. Mit den Schlittenversuchen lassen sich einzelne Komponenten oder Systeme testen, ohne ein Fahrzeug zu zerstören.

Small-Overlap-Test: Crashtest mit geringer Überdeckung (z.B. 25 %), bei dem ein Pkw beispielsweise frontal nur auf der Breite eines Scheinwerfers gegen ein feststehendes Objekt fährt.

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